Afghanistan-Veteran Seit 30 Jahren verschollener russischer Pilot aufgetaucht

In Afghanistan verschwand in den Achtzigerjahren ein sowjetischer Pilot samt seinem Jagdbomber. Moskau ging davon aus, dass er abgeschossen wurde. Jetzt wurde der Mann gefunden.

Jagdbomber des Typs SU-17 im Einsatz über Syrien
AFP

Jagdbomber des Typs SU-17 im Einsatz über Syrien


Ein in den Achtzigerjahren mutmaßlich abgestürzter russischer Pilot ist nach mehr als 30 Jahren wieder aufgetaucht. Dies berichten russische Medien unter Berufung auf den Vorsitzenden des Fallschirmjäger-Verbands, Generaloberst Waleri Wostrotin.

Dass der Pilot überlebt habe, sei "sehr erstaunlich", sagte der Generaloberst. Jetzt müsse ihm nicht nur finanzielle Hilfe angeboten werden, er solle auch behördlich unterstützt werden. Wie es dem Piloten gelang, zu überleben, ist noch unklar.

Wjatscheslaw Kalinin von der Veteranen-Organisation "Kampfbruderschaft" erklärte, der Pilot sei 1987 mutmaßlich abgeschossen worden und heute wohl um die 60 Jahre alt. Es sei nicht nur ausgesprochen ungewöhnlich, dass der Kamerad einen Flugzeugabsturz überlebt habe, sondern auch, dass es so viele Jahre keine Nachricht von ihm gegeben habe.

Wostrotin gab den Namen des Piloten nicht preis. Die russische Zeitung "Kommersant" meint aber, die Identität des Piloten zu kennen. Demnach handelt es sich um den 1987 verschwundenen Oberleutnant Sergej Iwanowitsch Panteljuk, geboren 1962, aus der russischen Großstadt Batajsk südlich der Metropole Rostow am Don.

Panteljuk sei am 27. Oktober 1987 vom sowjetischen Luftwaffenstützpunkt Bagram im Nordosten Afghanistans mir einem Jagdbomber des Typs SU-17 gestartet, berichtet das Blatt unter Berufung auf Informationen des Militärs. Etwa 180 Kilometer nordöstlich der Stadt sei er dann abgestürzt. Allerdings wurde das Flugzeug nie gefunden. Auch gibt es bisher keine offizielle Bestätigung, dass es sich bei dem Piloten um Panteljuk handelt.

Panteljuk soll eine 80-jährige Mutter und eine Schwester haben. Das Boulevardblatt "Komsomolskaja Prawda" zeigte zudem das Foto einer 31-jährigen Frau, bei der es sich um Panteljuks Tochter handeln soll, die nur zwei Monate nach seiner Abreise nach Afghanistan geboren wurde. Ihre Mutter sei nach der Nachricht vom mutmaßlichen Tod des Vaters über Nacht ergraut und habe nie wieder geheiratet, sagte die Frau dem Blatt. Das Thema sei in ihrer Familie lange Zeit tabu gewesen.

Der Nachrichtenagentur RIA zufolge wurden während des Krieges von 1979 bis 1989 insgesamt 125 sowjetische Flugzeuge abgeschossen. Als sich die sowjetischen Truppen 1989 zurückzogen, galten 300 Soldaten als vermisst. Nur 30 seien seitdem gefunden worden. Die meisten von ihnen seien in ihre Heimat zurückgekehrt.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Der Duma-Abgeordnete Frants Klintsevich ("Einiges Russland") sagte RIA Nowosti, er habe vor wenigen Jahren bei einem Afghanistan-Besuch einen ehemaligen sowjetischen Soldaten getroffen, der seinen Namen nicht nennen wollte und nur noch schlecht Russisch sprach. Es sei zu spät für ihn, heimzukehren, habe der Mann gesagt.

ala



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