Rekordsumme Einsteins "Gottesbrief" für 2,9 Millionen Dollar versteigert

Gott sei nichts anders als ein Ausdruck menschlicher Schwäche, schrieb Albert Einstein in einem Brief aus dem Jahr 1954. Dieser hat bei einer Versteigerung nun eine Rekordsumme erzielt.

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Die Auktion dauerte rund vier Minuten und am Ende war einer der Bieter um knapp 2,89 Millionen US-Dollar (2,55 Millionen Euro) ärmer - aber um ein bedeutendes Schriftstück reicher: In New York ist ein handgeschriebener Brief Albert Einsteins versteigert worden.

Zwei anonyme Telefonbieter hätten sich bei der Auktion in New York den Wettstreit geliefert, teilte das Auktionshaus Christie's mit und sprach von einem Rekordpreis. Wer den sogenannten Gottesbrief ersteigerte, wurde bislang nicht bekannt. Christie's hatte das Dokument vorab auf bis zu 1,5 Millionen Dollar geschätzt.

Der zwei Seiten lange Brief aus dem Jahr 1954 ist an den Philosophen Eric Gutkind adressiert. Darin bezweifelt Einstein die Existenz Gottes und führt aus, dass für ihn das Wort "Gott" nichts anderes als der Ausdruck menschlicher Schwäche sei. Die Bibel sei eine Ansammlung von ehrwürdigen, aber vergleichsweise einfachen Geschichten.

Auch seine eigene jüdische Religion bezeichnet er wie alle anderen Religionen als Aberglauben. Den Brief verfasste er an der Universität Princeton in den USA, ein Jahr vor seinem Tod im Alter von 76 Jahren.

Zuletzt war dieser Brief laut Christie's im Jahr 2008 für 404.000 Dollar an einen privaten Sammler verkauft worden.

Erst vor wenigen Wochen war ein Brief des Physikers an seine Schwester Maja in Jerusalem versteigert worden. Das Schreiben kam für umgerechnet knapp 28.400 Euro unter den Hammer. In dem Brief aus dem Jahr 1922 verwies Einstein auf die Schwierigkeiten für Juden in Deutschland; später floh er selbst vor den Nationalsozialisten.

Ein anderer Brief Einsteins erzielte im März 2002 eine Rekordsumme. Damals war sein Schreiben von 1939 an den damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, in dem der deutsche Physiknobelpreisträger vor dem Atomprogramm der Nazis warnte, für 2,1 Millionen Dollar versteigert worden.

Eine handschriftliche Notiz Albert Einsteins hatte im vergangenen Jahr bei einer Versteigerung in Jerusalem 1,56 Millionen Dollar (rund 1,3 Millionen Euro) eingebracht. Zuvor waren acht Briefe Einsteins für insgesamt rund 190.000 Euro versteigert worden.

Einstein hatte in den Jahren nach der Staatsgründung 1948 ein Angebot abgelehnt, Israels Staatspräsident zu werden. Allerdings vermachte der Nobelpreisträger seinen Nachlass, seine Briefe, Manuskripte und Tagebücher der Hebräischen Universität in Jerusalem.

dpa/AFP/sen

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