Alexander Perepilitschnij Russischer Whistleblower wurde in Großbritannien wohl nicht vergiftet

Der Russe Alexander Perepilitschnij starb 2012 unter rätselhaften Umständen in Großbritannien. Nun kam eine Untersuchung zu dem Schluss: Der Whistleblower wurde wohl nicht - wie zunächst gemutmaßt - vergiftet.


Der russische Millionär und Whistleblower Alexander Perepilitschnij ist vor sechs Jahren wahrscheinlich eines natürlichen Todes gestorben. Das ist das Ergebnis einer gerichtlichen Untersuchung in Großbritannien, das am Mittwoch verkündet wurde.

Perepilitschnij war 2012 in der Nähe seines Hauses in der britischen Grafschaft Surrey beim Joggen zusammengebrochen und gestorben. Der 44 Jahre alte Russe hatte Zeugenberichten zufolge geholfen, einen Fall von Geldwäsche aufzudecken und soll Morddrohungen erhalten haben. Vermutungen, er sei möglicherweise vergiftet worden, ließen sich aber nicht beweisen, wie der Richter am Mittwoch feststellte.

Zwei Jahre nach Perepilitschnijs Tod hatte seine Lebensversicherung Untersuchungen veranlasst, bei denen Spuren eines Gifts von einer chinesischen Pflanze namens Gelsemium in seinem Magen gefunden wurden. Die Substanz kann einen Herzstillstand verursachen.

Nun sagte der Vorsitzende Richter, es spreche alles dafür, dass der Geschäftsmann eines natürlichen Todes gestorben sei. "Im Lichte aller Zeugenaussagen, die wir gehört haben, bin ich überzeugt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Herr Perepilitschnij vergiftet wurde." Todesursache war der Untersuchung zufolge ein plötzliches Herzversagen.

Im März waren in der englischen Stadt Salisbury der frühere russische Geheimagent Sergej Skripal und seine Tochter mit dem Nervengift Nowitschok attackiert worden. Beide überlebten. Großbritannien macht Russland für den Anschlag verantwortlich. Nach diesen Vorkommnissen hatte Großbritannien angeordnet, 14 Fälle erneut untersuchen zu lassen - der Fall Perepilitschnij war einer davon.

aar/dpa/AFP



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