Alkoholkonsum bei Männern Wer heiratet, trinkt weniger

Männern scheint eine Hochzeit gut zu tun: Verheiratete leben länger - und sie trinken auch weniger Alkohol als ledige. Bei ihren Frauen ist das andersrum. Übel wird's aber nach der Scheidung.

Prost! Frisch getrennte Männer trinken wesentlich mehr Alkohol als in der Ehe
Corbis

Prost! Frisch getrennte Männer trinken wesentlich mehr Alkohol als in der Ehe


New York/Denver - Wer seine Lebenserwartung erhöhen will, sollte heiraten. Das gilt jedenfalls für Männer. Ein Grund dafür könnte sein, dass verheiratete Männer laut einer Studie weniger Alkohol trinken als ledige. Bei den Ehefrauen ist es genau umgekehrt - allerdings sei die Zunahme nur geringfügig. Das haben US-Forscher bei der Analyse verschiedener Studien mit insgesamt mehr als 5000 Teilnehmern herausgefunden.

Verheiratete Frauen konsumierten demnach auch mehr Drinks als langzeitgeschiedene oder kürzlich verwitwete. Eine der Ursachen sei, dass viele mit einem Mann zusammengelebt hätten, der mehr Alkohol getrunken habe als sie, vermuten die Wissenschaftler unter Leitung von Corinne Reczek von der Universität von Cincinnati. Sie wollen ihre Ergebnisse beim 107. Treffen der American Sociological Association (Asa) in Denver präsentieren, das am Montag endet.

Bei Männern drossele eine Ehe den Alkoholkonsum hingegen. "Sie trinken die wenigsten Drinks, verglichen mit Singles, geschiedenen und verwitweten Männern", heißt es in einer Pressemitteilung der Fachgesellschaft.

Gefährlich wird's nach der Scheidung

Die Untersuchung basiert auf Daten aus der Wisconsin Longitudinal Studie (WLS) und auf Interviews aus älteren Studien. Für die WLS wurden 2439 Männer und 2866 Frauen zwischen 1957 und 2004 insgesamt viermal befragt. Zwei weitere kleine Studien umfassen insgesamt 120 Interviews aus den Jahren 2003 bis 2010. Die Forscher schätzten den Alkoholkonsum anhand der Anzahl der Drinks, die die Testpersonen in einem Monat getrunken hatten.

Sie meinen aber auch: Männer trinken in der Ehe mehr als Frauen und haben öfter ernsthafte Alkoholprobleme. Besonders gefährlich wird es offenbar nach Scheidungen, wenn beide Seiten ihren Kummer in Alkohol ertränken. Männer trinken kurz danach wesentlich mehr als in der Ehe. Und geschiedene und getrennt lebende Frauen erkranken insgesamt sehr viel häufiger an Alkoholsucht als verheiratete Frauen.

An der Untersuchung waren Forscher mehrerer US-Universitäten beteiligt. Konkrete Zahlen zum Alkoholkonsum nannte die Fachgesellschaft in ihrer Mitteilung nicht.

abl/dpa

insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
crocodil 18.08.2012
1. Was
sollen diese wissenschaftlichen Untersuchungen. Morgen gibt es vielleicht ein Ergebnis, dass unverheiratete Männer mehr Sex haben als verheiratete.....
heineborel 18.08.2012
2.
Zitat von sysopCorbisFür Männer scheint ein Hochzeit gut für die Gesundheit zu sein: Ehemänner leben länger - und sie trinken auch weniger Alkohol als ledige. Bei ihren Frauen ist das andersrum. Übel wird's aber nach der Scheidung. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,850788,00.html
Warum wird die entsprechende Studie nicht im Artikel verlinkt? Mich würde z.B interessieren, wie die Autoren der Studie das offensichtliche Problem der Simultanität behandelt haben: Männer, die weniger Alkohol trinken finden ja ggf schneller eine Frau, insofern könnte die Kausalität gerade in die andere Richtung laufen (weniger Alkohol==> Heirat und nicht Heirat==> weniger Alkohol). Mit einer Verlinkung im Text wäre mir diesbezüglich sehr geholfen... Danke schon mal im Voraus fürs nächste Mal :)
Nebukadnezâr 18.08.2012
3. Keine Überraschung...
Seit ich verheiratet bin überwacht meine Frau meinen täglichen Alkoholkonsum um meine Arbeitskraft zu erhalten. Darüber hinaus wird mir abends das Kind aufgedrückt, da die Gute von der Hausarbeit ermattet, im Fernsehsessel zusammenbricht und mir zuprostet. Also bei uns klappt das mit der Emanzipation - so werde ich 100 - obs wünschenswert ist steht auf einem anderen Blatt :-) Danke Alice
toskana2 18.08.2012
4. weniger
Zitat von sysopCorbisFür Männer scheint ein Hochzeit gut für die Gesundheit zu sein: Ehemänner leben länger - und sie trinken auch weniger Alkohol als ledige. Bei ihren Frauen ist das andersrum. Übel wird's aber nach der Scheidung. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,850788,00.html
Auf die Frau kommt es an!
forumgehts? 18.08.2012
5. In
Zitat von sysopCorbisFür Männer scheint ein Hochzeit gut für die Gesundheit zu sein: Ehemänner leben länger - und sie trinken auch weniger Alkohol als ledige. Bei ihren Frauen ist das andersrum. Übel wird's aber nach der Scheidung. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,850788,00.html
letzter Zeit häufen sich solche Binsenwisheits-Untersuchungen an US-Unis. Ein untrügliches Zeichen für deren intellektuellen Abstieg. Man war eben bisher gewohnt, sich Wissen und Können aus dem Ausland zuzukaufen. Jetzt scheinen die Quellen zu versiegen und man muss mit den eigenen "Kapazitäten" auskommen.
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