München - München tut es Hamburg und Stuttgart gleich: In der bayerischen Landeshauptstadt gilt zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember in S-Bahnen ein Alkoholverbot. Laut "Münchner Merkur" soll es für Verstöße kein Bußgeld geben. In U-Bahnen, Tram-Bahnen und Bussen gilt das Verbot bereits seit Februar 2009.
Mehr als 1600 Menschen haben sich an diesem Wochenende zu einem letzten kollektiven Trinkgelage in den Zügen verabredet. Über Facebook planen sie für Samstag das "MVV-Abschiedstrinken". Um 20 Uhr soll es am Stachus-Brunnen in der Innenstadt losgehen, später wollen die Verbotsgegner zwischen Hackerbrücke und Ostbahnhof mit den S-Bahnen pendeln.
Ein Sprecher der S-Bahn sagte: "Täglich fahren 800.000 Menschen mit der Münchner S-Bahn." Das Unternehmen sehe die geplante Aktion daher entspannt. Da das Spektakel vor Mitternacht und damit vor Beginn des Alkoholverbots beendet sein solle, sehe die S-Bahn "keine Konfliktsituation heranziehen". Wichtig sei, dass die anderen Fahrgäste nicht beeinträchtigt würden.
Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, die Beamten hätten in München oft "viel größere Ereignisse, mit denen wir fertig werden müssen". Die Polizei schreite nur ein, wenn es etwa durch den Alkoholkonsum zu Gewalttaten komme.
In Hamburg hatten rund 1000 Menschen vor dem Alkoholverbot in Bussen und Bahnen noch einmal gefeiert. Zum "HVV-Abschiedstrinken" hatten sich rund 11.000 Teilnehmer angemeldet. Die Feier in der Nacht zum 1. Oktober verlief überwiegend friedlich, nur vereinzelt kam es zu Zwischenfällen wie eingeschlagenen Scheiben und Prügeleien.
ulz/dpa/dapd
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