Amazonas Indigener Mann lebt 22 Jahre allein im Dschungel

Ein einzelner Mann lebt als letzter Vertreter seines Volkes im brasilianischen Dschungel, nachdem vor 22 Jahren seine Angehörigen ermordet wurden. Nun sind Bilder des Einsiedlers aufgetaucht.

Isolierter indigener Mann in Brasilien
DPA/ Brazils National Indian Foundation

Isolierter indigener Mann in Brasilien


Die brasilianische Behörde zum Schutz der indigenen Bevölkerung des Landes (Funai) hat Filmmaterial über einen Mann veröffentlicht, der als letzter seines Stammes gilt und seit 22 Jahren isoliert im Dschungel in Tanaru in Brasilien lebt.

Auf dem im Jahr 2011 aufgenommenen Video sieht man den Mann, wie er mit einer Axt auf eine Palme einschlägt, um sie zu fällen. Der Film zeigt ihn von hinten, sein Gesicht ist nicht zu erkennen. Lange Haare fallen ihm bis zum Gesäß, um die Hüften trägt er einen Gürtel oder Lendenschurz.

Die Identität des Mannes ist nicht bekannt, ebenso der Name seines Volkes und seine Sprache. Seine Verwandten wurden vermutlich vor 22 Jahren von Bauern getötet. Seitdem lebt der Mann allein und misstraut allen anderen Menschen.

Direkten Kontakt mit den Mitarbeitern von der Funai-Behörde lehnt der Mann daher ab. Die Behörde beobachtet den Mann aber seit 1996 und hat im Mai 2018 letztmalig Anzeichen entdeckt, dass er noch lebt. Die Organisation lässt im Wald Hilfsmittel wie etwa Äxte oder Schaufeln zurück, um den Mann zu unterstützen. Sie hat ein 8070 Hektar großes Stück Land um seinen Wohnsitz herum zu einem geschützten Areal erklärt, in dem der Mann leben und jagen kann. Er soll weiterhin nicht kontaktiert werden.

Frühere Aufnahmen seiner Lebenswelt zeigten eine selbst gebaute Hütte aus Ästen und Palmblättern. Er gräbt tiefe Löcher, um sich darin zu verstecken und um Tiere zu fangen. Nach Recherchen von Funai hat der Mann auch Pfeilspitzen und Wasserkrüge zur Verfügung, in seinem Garten baut er Maniok und Mais an.

cpa

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