Angebliche Sterbehilfe: 66-Jähriger erschießt Ehefrau im Krankenhaus

Im US-Bundesstaat Ohio hat ein Mann seine Frau nach 45 Ehejahren im Krankenbett erschossen. Es deute auf Sterbehilfe hin, vermutet der örtliche Polizeichef. "Er wollte sie von ihrem Leiden erlösen."

Akron - John Wise und seine Frau Barbara waren 45 Jahre lang verheiratet. Vor wenigen Tagen wurde die 65-Jährige aus der Kleinstadt Massillon im US-Bundesstaat Ohio wegen einer lebensbedrohlichen Krankheit auf die Intensivstation gebracht.

Am Samstagabend kam der Ehemann zur regulären Besuchszeit ins Akron General Medical Center. Er stand direkt neben dem Bett seiner Frau, als er gegen 21 Uhr eine Handfeuerwaffe zog und mindestens einmal auf sie schoss. Barbara Wise wurde lebensgefährlich verletzt. Am Sonntag um 10.20 Uhr starb sie.

Ein Arzt hatte den Schuss gehört und war in das Zimmer geeilt, um mit dem Mann zu verhandeln. Unbewaffneten Wachleuten gelang es kurz darauf, den Ehemann in Gewahrsam zu nehmen, bis die Polizei eintraf. Der 66-Jährige wurde wegen versuchten Mordes festgenommen. Verletzt wurde niemand. "Es hätte viel schlimmer kommen können", erklärte Krankenhaussprecher Jim Gosky. Das Krankenhaus hatte nach dem Vorfall umgehend internen Waffenalarm ausgelöst.

Die örtliche Gerichtsmedizin wird nun eine Autopsie der Leiche durchführen. John Wise soll am Montag erstmals zur Sache vernommen werden.

Bei der Tat könne es sich um einen Akt der Sterbehilfe handeln, vermutete Polizeichef Dan Zampelli. "Es geht in diese Richtung. Er wollte ihrem Leiden ein Ende bereiten", sagte er dem "Independent Online" in Massillon. Warum Wise sich für eine so brutale Art der Sterbehilfe entschied, erklärte er nicht.

"Wir können nicht alle abtasten und durchleuchten"

Zu Kritik an mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Hospital sagte dessen Sprecher Gosky, sowohl das medizinische Personal als auch die Sicherheitsleute hätten sich streng an die Vorgaben gehalten. Tausende Besucher kämen jedes Jahr in das Krankenhaus - es sei schlicht unmöglich jeden einzelnen zu überprüfen: "Wir können die Leute nicht 24 Stunden am Tag beobachten", so Gosky. "Wir können nicht alle abtasten und durchleuchten." Bei der Bluttat handele es sich um einen Einzelfall, da ist sich der Sprecher sicher. "Wir sind unseren Mitarbeitern so dankbar, dass niemand sonst verletzt wurde."

Aktive Sterbehilfe ist in allen US-Bundesstaaten verboten. Ein ärztlich assistierter Suizid ist in Oregon, Washington und Montana nur unter strengen Auflagen möglich. So können nur Schwerkranke mit einer sehr schlechten Überlebensprognose die notwendigen schriftlichen und mündlichen Anträge stellen. Die Zahl der Patienten, die den Weg in den selbst gewählten Tod auf sich nehmen, lag in Oregon in den Jahren 2009 und 2010 bei weniger als hundert.

Ohio hat dem assistierten Suizid mit einem im März 2003 in Kraft getretenen Gesetz eine Absage erteilt. Demnach kann jeder, der einen solchen Suizid vorbereitet, unterstützt oder begleitet, per einstweiliger Verfügung gerichtlich belangt werden.

In Deutschland sieht ein neuer Gesetzentwurf vor, dass die gewerbsmäßige Förderung von Selbsttötung mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe sanktioniert werden soll. In einer repräsentativen Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Emnid befürworteten 49 Prozent der Bundesbürger die Legalisierung der gewerblichen Sterbehilfe, 41 Prozent lehnen sie ab.

ala

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Von wegen Sterbehilfe
lichtwort.de 06.08.2012
Ja klar, Sterbehilfe, was sonst? Man warte nur mal ab, wie sehr sich solche Fälle hierzulande häufen könnten, sobald das Vorhaben der Bundesjustizministerin in die Tat umgesetzt wird, private Sterbehilfe durch „nahestehende Personen“ straffrei zu stellen.
2. optional
TachAuch 06.08.2012
"Verletzt wurde niemand." Die tote Frau ist also niemand!?
3. ...
Beobachter123 06.08.2012
65 jährige Frau nach 45 Ehejahren?! Habe garnicht gewusst, dass man mit 16 in den USA Heiraten darf.
4. ich auch nicht
Hotte Hitzig 06.08.2012
Zitat von Beobachter12365 jährige Frau nach 45 Ehejahren?! Habe garnicht gewusst, dass man mit 16 in den USA Heiraten darf.
Also bitte Taschenrechner raus und noch einmal von vorn.
5. kein Studienfach
mundi 06.08.2012
Zitat von lichtwort.deJa klar, Sterbehilfe, was sonst? Man warte nur mal ab, wie sehr sich solche Fälle hierzulande häufen könnten, sobald das Vorhaben der Bundesjustizministerin in die Tat umgesetzt wird, private Sterbehilfe durch „nahestehende Personen“ straffrei zu stellen.
Bessere Lösung, als das Töten von einem Arzt zu verlangen. Er ist nicht immer waffenkundig und hat das Töten auch nicht im Studium gelernt.
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Arten der Sterbehilfe
Aktive Sterbehilfe
Der Tod eines Menschen wird absichtlich und aktiv herbeigeführt. Zum Beispiel, indem ein Arzt eine tödliche Dosis Medikamente verabreicht. Diese Form der Sterbehilfe ist in Deutschland verboten (Tötung auf Verlangen oder Totschlag oder gar Mord).
Passive Sterbehilfe
Lebensverlängernde Maßnahmen wie zum Beispiel künstliche Ernährung werden auf Wunsch des Sterbewilligen eingestellt. Er erhält eine schmerzlindernde Behandlung, die Grundpflege und Seelsorge werden beibehalten. In Deutschland ist diese Form bei entsprechendem Patientenwillen straflos.
Indirekte aktive Sterbehilfe
Ein Arzt verabreicht einem Patienten auf dessen Wunsch hin schmerzlindernde Medikamente, zum Beispiel Morphin. Eine lebensverkürzende Wirkung wird in Kauf genommen, ist aber nicht beabsichtigt. Diese Form ist in Deutschland straflos, aber die Grenze zur aktiven Sterbehilfe ist fließend.
Assistierte Selbsttötung
Eine Person leistet Beihilfe zum Suizid, etwa durch Beschaffung eines tödlichen Mittels. Der Patient muss es selbständig einnehmen, bei der Handlung darf nicht einmal jemand seine Hand führen. Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland nicht strafbar. Ärzten drohen theoretisch jedoch berufsrechtliche Konsequenzen bis hin zum Entzug der Approbation: "Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten", heißt es in Paragraf 16 der Muster-Berufsordnung, wie sie als Empfehlung vom Deutschen Ärztetag beschlossen wurde. Allerdings haben mehrere Landesärztekammern die Formulierung abgewandelt oder gar nicht in ihre Berufsordnungen übernommen. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, kann sich laut SPIEGEL an keinen Fall erinnern, in dem es in den vergangenen Jahren wegen Sterbehilfe zum Entzug der Approbation gekommen wäre.
Patientenverfügung
In Deutschland haben Volljährige die Möglichkeit, in einer Patientenverfügung im Voraus schriftlich festzulegen, ob und wie sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten (Paragraf 1901a, Bürgerliches Gesetzbuch). Diese Angaben sind - sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind - für Ärzte verbindlich. Ausführliches Info-Material stellt das Justizministerium zur Verfügung.