Angeblicher Flohmarktfund Renoir-Gemälde muss zurück ins Museum

Mehr als 60 Jahre nach einem Diebstahl bekommt ein Museum in Baltimore sein Gemälde zurück: Der Renoir müsse der Kunsthalle übergeben werden, entschied ein Gericht im US-Bundesstaat Virginia. Es schmetterte die Ansprüche einer Frau ab, die das Bild angeblich auf dem Flohmarkt gekauft hatte.

Renoir-Gemälde: Gericht gibt Museum Recht
The Potomack Company

Renoir-Gemälde: Gericht gibt Museum Recht


Alexandria - Ein Gemälde des französischen Künstlers Pierre-Auguste Renoir, das eine Frau nach eigenen Angaben für sieben Dollar auf dem Flohmarkt gekauft hatte, muss einem Museum in Baltimore zurückgegeben werden. Das hat ein Gericht im US-Bundesstaat Virginia entschieden.

Richterin Leoni Brinkema sah es als erwiesen an, dass der Renoir 1951 in dem Museum gestohlen worden war. Die Frau, die das Bild 2009 angeblich auf einem Flohmarkt in Virginia gekauft hatte, sei nicht die rechtmäßige Eigentümerin.

Die Frau blieb der Verhandlung fern. Sie wollte das Gemälde 2012 versteigern lassen. Als das Museum auf die Geschichte des Bildes aufmerksam machte, wurde der Renoir vom FBI sichergestellt.

"Ich bin keine Historikerin, keine Sammlerin, keine Sachverständige oder Händlerin", hatte die Käuferin in einer Stellungnahme mitgeteilt. Sie habe von dem Diebstahl nichts gewusst, das Bild gehöre ihr. "Ich hatte nicht die Expertise, um den Renoir als solchen zu identifizieren oder seine Herkunft und Eigentümergeschichte zu kennen."

Berichten der "Washington Post" zufolge gab es allerdings generelle Zweifel an der Geschichte der Frau. So sollen Leute aus ihrem Umfeld angegeben haben, sie hätten das Bild schon in den achtziger und neunziger Jahren im Haus der Familie gesehen. Als Diebin kommt die Frau ohnehin nicht in Betracht: Sie war 1951 noch nicht geboren.

hut/AP/Reuters

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