Razzia in Aschersleben Ermittlungen gegen angeblichen Pädophilenring eingestellt

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt: Elf mutmaßliche Pädophile wurde bei einer Razzia in Aschersleben festgenommen. Doch nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Es gibt keine ausreichenden Hinweise auf eine Straftat.


Aschersleben/Magdeburg - Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen elf angebliche Pädophile eingestellt, die Anfang Mai bei einer Razzia in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) festgenommen worden waren. "Es gibt keine ausreichenden Hinweise auf Straftaten in Aschersleben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Magdeburg, Frank Baumgarten. Er bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung".

Dem Sprecher zufolge laufen allerdings die Ermittlungen gegen einzelne Verdächtige wegen eines Anfangsverdachts in anderen Bundesländern weiter.

Die Razzia mit 40 Polizeibeamten hatte großes Aufsehen erregt. Gegen die elf Verdächtigen bestand ein Anfangsverdacht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie. Die Gruppe kannte sich laut Polizei aus einem Pädophilen-Chatroom im Internet. Anfang Mai trafen sich die zehn Männer und eine Frau dann in Aschersleben, wo sie einen Kinderflohmarkt und den Zoo besuchten. Damals hieß es, die fünfjährige Nichte eines Tatverdächtigen sei als eine Art Lockvogel missbraucht worden, um Kontakt zu anderen Kindern zu bekommen.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte das frühe Eingreifen der Polizei im Anfangsstadium der Ermittlungen damit begründet, dass die von einem Zeugen geschilderten Umstände eine Straftat möglich erscheinen ließen.

hut/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.