Charles Barkley zu Anti-Schwulen-Gesetz "Sie verstecken sich hinter der Bibel"

Der US-Bundesstaat Indiana wollte die Diskriminierung von Homosexuellen erlauben. "Sie mögen einfach keine Schwulen", sagt dazu der frühere NBA-Star Charles Barkley - und rechnet mit der Bigotterie vieler Landsleute ab.

Ex-NBA-Star Charles Barkley: "In jedem Staat, in dem es Anti-Schwulen-Gesetze gibt, sollte es keine Großveranstaltungen wie den Super Bowl geben"
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Ex-NBA-Star Charles Barkley: "In jedem Staat, in dem es Anti-Schwulen-Gesetze gibt, sollte es keine Großveranstaltungen wie den Super Bowl geben"


In den USA ist eine hitzige Debatte über Homophobie entbrannt. Ein Gesetz des Bundesstaats Indiana, das die Diskriminierung Homosexueller aus religiösen Gründen erlauben sollte, provoziert heftige Reaktionen. Einer, der sich besonders echauffiert, ist der frühere NBA-Star Charles Barkley.

Viele konservative US-Amerikaner "verstecken sich hinter der Bibel", sagte er dem TV-Sender CNN. "Sie mögen einfach keine Schwulen, sie sollten das einfach zugeben."

Auslöser für Barkleys Unmut waren neben dem geplanten Gesetz in Indiana auch die Äußerungen einer Floristin, die sagte, sie würde keine Blumen an schwule Hochzeitspaare verkaufen, weil dies eine Sünde sei; sie würde aber durchaus mit jemandem Geschäfte machen, der Ehebruch begangen habe, weil dies "eine andere Art der Sünde" sei.

Leute wie diese Frau wollten eigenmächtig bestimmen, was Sünde sei, sagte Barkley dazu sinngemäß.

"Kein Super Bowl für schwulenfeindliche Staaten"

Barkley forderte, gesetzliche Vorstöße wie die in Indiana zu sanktionieren. "In jedem Staat, in dem es Anti-Schwulen-Gesetze gibt, sollte es keine Großveranstaltungen wie den Super Bowl oder das Final-Four geben", sagte er CNN.

In Indianapolis, der Hauptstadt von Indiana, steigt vom 4. bis zum 6. April das Finale der sogenannten "March Madness", das Finalturnier der besten College-Basketballer des Landes. In den Stadien werden rund 70.000 Fans erwartet, dazu verfolgen Millionen Amerikaner das Spektakel im Fernsehen.

Auch die Sportverbände distanzierten sich von dem Gesetz. "Wir werden alles tun, damit die Spieler und Besucher nicht unter diesem Gesetz leiden", sagte Mark Emmert, der Präsident der National Collegiate Athletic Association. Die NBA teilte mit, das Gesetz widerspreche dem Prinzip von "gegenseitigem Respekt".

Das bereits verabschiedete Gesetz sah vor, dass Homosexuelle in Indiana ab dem 1. Juli ohne juristische Folgen benachteiligt werden dürfen. So sollten sich etwa Ladenbesitzer aus religiösen Gründen weigern dürfen, Schwule oder Lesben zu bedienen. Unternehmer hätten ihnen einen Job verwehren können.

Allerdings ist der republikanische Gouverneur Mike Pence nach massivem Protest schließlich einknickt. Er wies seine Partei an, das Gesetz so zu revidieren, dass es keine Diskriminierung erlaube.

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Seite 1
spon-facebook-10000283853 03.04.2015
1. Lächerlich
Freiwillige Kooperation kann nicht erzwungen werden - d.h. für eine geschäftliche Kooperation braucht es zwei Seiten. Keiner MUSS an jemanden etwas verkaufen, genauso, wie niemand etwas kaufen muss. Warum jemand einen Arbeitnehmer einstellt, ist auch alleine die Sache des Arbeitgebers - genauso wie es das Recht eines Arbeitnehmers ist, einen Job - aus welchem Grund auch immer - abzulehnen. Das was hier fälschlich und diffamatorisch "Recht auf Diskriminierung" genannt wird, ist freier Willen ohne sich zum Sklaven von Ideologen machen zu lassen. Das dieses Recht jetzt in einem Gesetz sicher gestellt wird ist gut so!
trashmagfan 03.04.2015
2. Schade
Das wird noch dauern bis es den Menschen egal ist. Das man sich auch immer einmischen muss. Wieso kümmert die Sexualität die Leute überhaupt?
Marie Antoinette 03.04.2015
3.
Zitat von spon-facebook-10000283853Freiwillige Kooperation kann nicht erzwungen werden - d.h. für eine geschäftliche Kooperation braucht es zwei Seiten. Keiner MUSS an jemanden etwas verkaufen, genauso, wie niemand etwas kaufen muss. Warum jemand einen Arbeitnehmer einstellt, ist auch alleine die Sache des Arbeitgebers - genauso wie es das Recht eines Arbeitnehmers ist, einen Job - aus welchem Grund auch immer - abzulehnen. Das was hier fälschlich und diffamatorisch "Recht auf Diskriminierung" genannt wird, ist freier Willen ohne sich zum Sklaven von Ideologen machen zu lassen. Das dieses Recht jetzt in einem Gesetz sicher gestellt wird ist gut so!
Wegen Leuten wie Ihnen hat unser Gesetzgeber das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) erlassen. Und das ist auch gut so!
kopp 03.04.2015
4. Ganz am Ende kommt dann der Satz...
... 'Er wies seine Partei an, das Gesetz so zu revidieren, dass es keine Diskriminierung erlaube.', der alles Voranstehende obsolet macht. Diskriminierung von Schwulen darf nicht sein, sie lieben muss man allerdings auch nicht.
mimas101 03.04.2015
5. Hmm
In einem Land in dem Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, der persönliche Individualismus pp sehr hohe Güter sind ist so ein Gesetz befremdlch. Funktionieren könnte es vielleicht auch wenn sich ab sofort jeder ein Schild um den Hals hängt mit dem Hinweis drauf wie er denn mit wem oder in welcher Partei/Kirche/Krankenversicherung pp er gerade so ist (das Gesetz geht wohl über die Homosexualität stark hinaus). Also ist das Gesetz eh schon nicht praktikabel. Und warum eigentlich ein Gesetz? Geschäftsleute werden doch schließlich nicht gezwungen ihre Waren / Dienstleistungen pp an jeden zu verkaufen. Wenn jemandem irgendwas nicht paßt wird einfach kein Vertrag abgeschlossen. Fertig.
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