Architekten zur Flüchtlingsunterbringung Drei Wege aus der Wohnkrise

Tausende Asylsuchende leben in Notunterkünften, trotz kalter Witterung. Langfristige Lösungen für das Wohnraumproblem sind Mangelware. Drei Architekten sagen, was jetzt zu tun wäre - und erklären, warum die Flüchtlinge nicht das Problem sind.

Rund 1000 Euro pro Quadratmeter: Entwurf von Brandlhuber+Emde, Burlon
Brandlhuber+Emde, Burlon

Rund 1000 Euro pro Quadratmeter: Entwurf von Brandlhuber+Emde, Burlon


Regen, Schnee und Kälte - die Situation der Flüchtlinge in Deutschland verschärft sich durch das Winterwetter. Die dramatischen Probleme in den Unterkünften verengen die Debatte derzeit auf die kurzfristige "winterfeste" Unterbringung. Was dabei aus dem Fokus gerät, sind die wirklichen Probleme und langfristigen Herausforderungen.

Wir haben drei Architekten nach Lösungen für die desolate Unterbringungssituation der Neuankömmlinge gefragt. Alle drei beschäftigen sich seit Langem auf unterschiedliche Arten mit dem Thema: Arno Brandlhuber entwickelt Konzepte für kostengünstigen Wohnraum, um Mieten bezahlbarer zu machen. Sophie Wolfrum ist Professorin für Städtebau und Regionalplanung. Sie beschäftigt sich mit der Verbesserung von städtischen Wohnsituationen durch neue Gemeinschaftskonzepte, etwa die Aufhebung der Trennung von Wohnen und Arbeiten. Manuel Herz forscht und publiziert seit Jahren zum Thema Räume von Flüchtlingen.

Alle drei sind sich in einem einig: Deutschland hat kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Wohnungsproblem. Und das schon seit Langem. Durch den erhöhten Bedarf an neuem Wohnraum gelange diese Notlage lediglich in die öffentliche Debatte. Und das sei auch eine Chance.

Drei Apelle für einen Wandel unserer Wohnkultur.

Clemens Vogel

Arno Brandlhuber

"Unsere Wohnstandards sind zu hoch"

"Wir haben in Deutschland ein Problem, aber das existiert nicht erst seit den Flüchtlingen: Die Standards und Größen für Behausungen sind in den letzten rund 60 Jahren eigentlich immer nur gestiegen. Und wenn wir heute an Wohnungen denken, denken wir, im Grunde genommen, immer noch an den Wohnungstyp der Fünfziger- und Sechzigerjahre; die Wohnung für die Kernfamilie mit Wohnzimmer, Eltern- und Kinderschlafzimmer, Küche, Bad. Single-, Patchworkwohnen, sich verändernde Anforderungen auch hinsichtlich der Ermöglichung von Wohnen und Arbeiten sind typologisch kaum entwickelt worden. Dabei drohen wir die Kompetenz hinter uns zu lassen, Wohnen neu und weiter zu denken. Die Diskussion, dass wir nicht mehr in der Lage sind, günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, weil die Standards zu hoch sind, haben wir wiederkehrend in Deutschland. Die aktuelle Situation ist eine Gelegenheit, über unsere Standards nachzudenken - und eine Chance, diese Standards viel niedriger anzusetzen.

Wohnen neu und weiter denken": Gemeinsam mit Markus Emde hat Arno Brandlhuber 4RMD entworfen, ein Beispiel für günstiges Bauen (rund tausend Euro pro Quadratmeter). Dennoch...
Brandlhuber+Emde, Burlon

Wohnen neu und weiter denken": Gemeinsam mit Markus Emde hat Arno Brandlhuber 4RMD entworfen, ein Beispiel für günstiges Bauen (rund tausend Euro pro Quadratmeter). Dennoch...

Die derzeitigen Standards sorgen dafür, dass ein durchschnittlicher Quadratmeter 1500 bis 2000 Euro kostet. Darunter geht nichts mehr. Das liegt an Schallschutz, Wärmeschutz, unzähligen Regulierungen mit Schutzzielen ... Dieses übermäßige Verlangen, sich etwa vor den Geräuschen aus der Nachbarwohnung zu schützen, kommt wohl immer dann hoch, wenn es Wesentliches kaum mehr zu verhandeln gibt oder es uns schlicht zu gut geht. Unser Architektenbüro hat ein Konzept für eine Bauweise entwickelt, bei der man mit 1000 Euro pro Quadratmeter auskommen könnte, ohne dass man schlechter wohnt. Und es gibt weitere Architekten, die in diese Richtung denken. Wenn wir solche Konzepte jetzt umsetzen, um die Ankommenden zu versorgen, ist das prima. Und das tut auch uns gut: Wenn heute mehr Menschen in der Lage wären, Wohnraum günstg zu mieten oder zu kaufen und dabei nur die Hälfte oder 60 Prozent der derzeitigen Preise zu bezahlen, wären viele nicht mehr gezwungen, ihren Kredit bis 65 abzubezahlen, sondern nur noch, bis sie 50 sind. Es ist eine riesige Qualität, weniger Geld verdienen zu müssen und dadurch mehr Freiheit zu gewinnen.

...sind diese Wohnungen, die in Modulbauweise entstehen, äußerst komfortabel. Auf zwei Stockwerken kann gewohnt und gearbeitet werden, Fensterfronten in alle Himmelsrichtungen sorgen für entsprechendes Licht.
Brandlhuber+ Görg, Ivanda, Viereckel

...sind diese Wohnungen, die in Modulbauweise entstehen, äußerst komfortabel. Auf zwei Stockwerken kann gewohnt und gearbeitet werden, Fensterfronten in alle Himmelsrichtungen sorgen für entsprechendes Licht.

Wer nun sagt, wir brauchen aber jetzt Behausungen, dem kann ich nur entgegnen: Es gibt zur Zeit 1,7 Millionen leer stehende Wohnungen in Deutschland. Das ist allgemein bekannt. Gut, lassen wir die spekulativen Leerstände in den Stadtmitten raus, dann haben wir von den 1,7 immer noch 1,5 Millionen. Es ist klar, dass von diesen Wohnungen viele in wirtschaftlich schwachen Regionen liegen. Etwa dem ländlichen Raum in Sachsen. Aber auch in manchen Städten wie etwa Dessau-Roßlau mit einer Leerstandsquote von 14 Prozent oder Leipzig mit 12,1 Prozent Leerstand. Das sind 38.590 freie Wohnungen. Diese Gegenden sind natürlich relativ unattraktiv und haben einen kaum funktionierenden Arbeitsmarkt. Doch die Ankommenden werden sich ja ohnehin mit Sprache, Kultur ihrer neuen Umwelt vertraut machen, auch um Zugang zum klassischen Arbeitsmarkt zu bekommen.

Also versuchen wir nicht, 'schnell schnell' kurzfristige Lösungen herbeizuschaffen, sondern nutzen wir diese Chance. Lernen wir aus dieser Situation. Reden wir über Standards."

Clemens Vogel

Arno Brandlhuber ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Unter dem Namen Brandlhuber+ arbeitet er in wechselnden Partnerschaften an Bauprojekten. Seit den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts beschäftigt er sich intensiv mit dem 1977 entstandenen Stadtmodell "Das grüne Archipel - Die Stadt in der Stadt". Dabei geht es um die Erhaltung von Heterogenität und kostengünstiges Bauen mit möglichst geringen Mieten.

Sophie Wolfrum

Sophie Wolfrum

"Den 'normalen Wohnungsmarkt' gibt es nicht mehr"

"Wir haben kein Flüchtlingsproblem, wir haben ein Wohnungsproblem.

Ein Beispiel: München rechnet damit, dass die Stadt dieses Jahr 20.000 Flüchtlinge unterbringen muss. 20.000 Menschen, das hört sich erst mal schlimm an, 250 Leute pro Woche. Aber allein als das Wintersemester an der TU München begonnen hat, wurden hier 14.000 neue Studenten aufgenommen. Vergleichen sie mal die Zahlen. 20.000 zusätzliche Einwohner sind also eigentlich ein Klacks für eine Großstadt wie München. Und da sind wir bei dem grundsätzlichen Problem.

"Mischung verschiedener Nutzungen": Das "Kreativquartier Dachauer Straße" in München ist ein Projekt der Architektengruppe Teleinternetcafe. Ebenso wie Sophie Wolfrum verfolgen sie in Ihren Entwürfen das Prinzip der Durchmischung von Wohnen und Arbeiten.
Teleinternetcafe/ Treibhaus

"Mischung verschiedener Nutzungen": Das "Kreativquartier Dachauer Straße" in München ist ein Projekt der Architektengruppe Teleinternetcafe. Ebenso wie Sophie Wolfrum verfolgen sie in Ihren Entwürfen das Prinzip der Durchmischung von Wohnen und Arbeiten.

Wenn Flüchtlinge Asyl bekommen, haben sie danach freie Ortswahl. Und dann werden sie auch nicht in Hintertupfingen sitzen bleiben, sondern sie werden in die Städte gehen, wo es Arbeit gibt. Sie kommen dann auf den normalen Wohnungsmarkt. Aber diesen 'normalen Wohnungsmarkt', den gibt es eigentlich schon nicht mehr. Für reiche Leute schon. Aber für die Armen und selbst für die Mitte unserer Gesellschaft ist der schon nicht mehr adäquat. Der Polizist, die Krankenschwester, der Feuerwehrmann, der Straßenkehrer, also alle diese Leute, die wir für eine funktionierende Gesellschaft brauchen, die können sich keine Wohnung mehr in der Stadt leisten. Wir haben also eine Krise in der Wohnungsversorgung - und das schon lange. Durch die Flüchtlinge wird sie nun stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Um sie zu lösen, schlage ich vier Dinge vor: In den Gewerbegebieten darf derzeit nicht gewohnt werden, in Wohngebieten darf nicht gearbeitet werden. Wir brauchen aber eine Mischung verschiedener Nutzungen. Als Erstes müssen wir deshalb diese Funktionstrennung von Wohnen und Arbeiten aufheben.

Radikal mehr Wohnungsbau machen

Als Zweites muss das städtische Wohnhaus neu gedacht werden. Wir brauchen günstigen Wohnraum, in dem unten gearbeitet wird. Sei es in einer Werkstatt oder einem Atelier, einem Laden oder Café. So würde es auch zu einer Durchmischung der Mietparteien kommen. Menschen könnten dort, wo sie arbeiten, auch wohnen, bei vielen Gewerben ist diese Nähe heute verträglich. Studenten, Familien, Einwanderer und Ärmere würden von den günstigen Mieten profitieren - und alle würden in einem interessanten, durchmischten Viertel leben.

Darüber reden wir Planer schon seit dreißig oder vierzig Jahren. Aber die Gesetzgebung hängt komplett hinterher. Das liegt natürlich auch am Klageverhalten unserer Bevölkerung. Die läuft sofort zum Kadi, wenn's mal irgendwo ein bisschen laut wird. Diese Klagemöglichkeiten müsste man, drittens, durch eine radikal neue Baugesetzgebung unterbinden.

In den Städten, in denen wir Urlaub machen, lieben wir genau diese lebendige Mischung. Vor unserer Haustür wollen wir das nicht. Jeder ist auf seine Ruhe und Abgeschiedenheit bedacht. Wenn wir unsere Städte so werden lassen, sind das keine Städte für die Gemeinschaft. Damit wir keine Gettos kriegen, wenn wir wieder radikal mehr Wohnungsbau machen, brauchen wir diese Durchmischung aber. Das war der Fehler bei der Planung der Sozialsiedlungen der Fünfziger- und Sechzigerjahre: eine ganze Siedlung nur für arme Leute, das geht nicht.

Solche Umstrukturierungen dauern natürlich Jahre. Deshalb brauchen wir als Viertes Programme auf Bundesebene, die den sozialen Wohnungsbau knallhart fördern. Sozialer Wohnungsbau heißt ja nicht, dass die Kommune selbst massenhaft Wohnungen baut, das machen Baugesellschaften und Investoren. Und wenn sich das rechnet, bauen die auch wieder Sozialwohnungen. So würde der Markt wieder interessant werden für einfaches Wohnen."

Sophie Wolfrum

Sophie Wolfrum ist seit 2003 Professorin für Städtebau und Regionalplanung an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München. 1989 gründete sie mit Alban Janson Janson + Wolfrum, ein Büro für Architektur und Stadtplanung. Wolfrum ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.

Manuel Herz Architekten

Manuel Herz

"Was gerade passiert, ist ein architektonisches Verbrechen"

"Vor 25 Jahren hat sich gezeigt, dass Deutschland große Zuwanderung gut meistern kann. Damals hatten wir ähnlich hohe Flüchtlingszahlen aus dem Balkan, heute ist Deutschland das wirtschaftsstärkste Land Europas. Entweder hat uns die Zuwanderung damals also nicht geschadet - oder sie hat uns sogar geholfen.

Die Tatsache, dass der große Zustrom an Flüchtlingen nun eine Herausforderung ist, entblößt allerdings Fehler. Wir haben es einfach nicht geschafft, günstigen Wohnraum, nicht nur für Flüchtlinge, sondern für die Allgemeinheit zu bauen. Der Politik ist es nicht gelungen, Anreize dafür zu schaffen, günstigen Wohnraum für Niedrigverdienende oder für Studenten zur Verfügung zu stellen. Dass etwa in München Tausende von Studenten keinen oder nur schlechten Wohnraum haben, ist ja nicht erst so, seit es so viele Flüchtlinge gibt. Das haben wir verschlafen. Sowohl die Investoren, die sich einfach nicht dafür interessiert haben, als auch wir, die Architekten, die das nicht stärker gefordert oder keine Konzepte dafür entwickelt haben.

"Vernünftigen Wohnraum entstehen lassen": Dieses Projekt von Manuel Herz ist ein Sozialbau, der derzeit in Frankreich entsteht. Oben befinden sich zweigeschössige Wohnungen mit Terrassen, unten wird ein Kindergarten einziehen.
Manuel Herz Architects

"Vernünftigen Wohnraum entstehen lassen": Dieses Projekt von Manuel Herz ist ein Sozialbau, der derzeit in Frankreich entsteht. Oben befinden sich zweigeschössige Wohnungen mit Terrassen, unten wird ein Kindergarten einziehen.

Wir müssen als Gesellschaft wegkommen von dieser Unterscheidung: Auf der einen Seite haben wir die Flüchtlinge, auf der anderen Seite die 'normale Bevölkerung'. Diese Menschen leben jetzt hier, vielleicht für ein halbes Jahr, für zwei Jahre oder für zehn Jahre, aber sie sind Teil der Bevölkerung und, wir müssen für sie einen anständigen Wohnraum schaffen.

Gott sei Dank wacht mein Berufszweig gerade ein bisschen auf. Wir haben uns zu lange nicht um diese Frage gekümmert. Als ich vor vielen Jahren damit angefangen habe, mich mit dem Thema von Räumen von Flüchtlingen zu beschäftigen, hat man mich unter Architektenfreunden angeschaut und gefragt: Was kümmert uns das, was haben wir dazu beizutragen?

Ich denke, wir Architekten könnten interessantere Möglichkeiten aufzeigen, günstigeren Wohnraum zu schaffen, als einfach nur billig zu bauen. Das ist zum Beispiel durch bestimmte Gemeinschaftswohnmodelle möglich. Wohngemeinschaften für Erwachsene oder quer durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen hindurch. Dort würde man allgemeine Wohnflächen, sprich, Wohnzimmer und Küche teilen und seinen eigenen privaten Rückzugsbereich mit Schlafraum und Badezimmer haben. So könnte man ohne Komfortverlust flächeneffizienter bauen und planen. Ich glaube, dass solche Wohnstrukturen flexibler sind und damit unserer mobiler gewordenen Gesellschaft mehr entsprechen, wo das Familienmodell "Vater, Mutter, Kind, Kind" nicht mehr der Mehrzahl der gelebten Realitäten entspricht.

Bauen für die Mülltonne

Erste Prämisse beim Bau neuer Wohnungen sollte dabei auch sein, nicht nur für eine Übergangszeit zu bauen, sondern vernünftigen Wohnraum für eine lange Nachnutzung entstehen zu lassen. Und die Wohnungen sollten auch dort entstehen, wo sie sinnvoll sind. Das ist eine Riesenchance. In jeder Stadt gibt es Industrieviertel, die transformiert werden können und die sich zu extrem attraktiven Wohnquartieren und In-Vierteln entwickeln können. In Köln gibt's das, in München, in Berlin. Das sind oft die Viertel, die "im Kommen" sind, in die man in fünf Jahren ziehen will. Warum nicht jetzt anfangen, warum diese Zeit nicht nutzen und dort diese Wohnungen bauen. Und die ersten Bewohner eines zukünftigen Szeneviertels waren die Flüchtlinge. Das wäre doch ideal.

Was dagegen gerade passiert, ist ein architektonisches Verbrechen. Wir schaffen Hunderttausende temporäre Unterkünfte, seien es Zelte, seien es Container. Das ist Bauen für die Mülltonne. Zum einen, weil es nicht angenehm ist, darin zu wohnen. Zum anderen, weil wir das nach Monaten oder wenigen Jahren alles wegschmeißen müssen. Das ist ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn.

Natürlich ist mir klar, dass viele Gemeinden unter extremen Druck stehen, sehr schnell und für eine Übergangszeit Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Diese Übergangszeit von zwei, drei Monaten ist eine enorme Herausforderung. Die wird wahrscheinlich selten in einer hohen Qualität zu meistern sein. Aber alles, was darüber hinausgeht, muss zum Ziel haben, vernünftigen Wohnraum zu schaffen, der nicht nur von Flüchtlingen, sondern von der gesamten Bevölkerung genutzt werden kann."

Manuel Herz Architekten

Manuel Herz ist Architekt mit Büros in Köln und Basel. Zu seinen Bauten zählt die Mainzer Synygoge. Er forscht und publiziert seit Jahren zum Thema Räume von Flüchtlingen. An der Universität Basel hat er eine Professur für Architektur und Städtebau.

Text und Protokolle: Benjamin Maack

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 217 Beiträge
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Karl_Knapp 06.12.2015
1. Richtig!
Wohnraum ist das klassische Beispiel für Markt- und Politikversagen. Eigentlich ist es ein Versagen der Gesellschaft: die "mündigen Bürger" fordern in guter alter deutscher Tradition ein Schlafmützenambiente und drücken das notfalls mit Hilfe der bestehenden Rechtslage juristisch durch. Einerseits erzählt man den Menschen, dass eigener Wohnraum die beste Altersvorsorge ist, andererseits hängt man durch aberwitzige Regelungen und Vorgaben die Zielerreichung in derartige Höhen, dass sie für Normalbürger unerreichbar wird. Sozialer Wohnungsbau ist das Gebot der Stunde - und Regelungsabbau.
bristolbay 06.12.2015
2. Warum erst jetzt
Haben wir nicht in den vielen Universitätsstädten schon seit Jahren Bedarf an preiswertem Wohnungsbau? Haben viele junge Familien oder ärmere Menschen nicht schon seit Jahren Bedarf? Da hat es in der Vergangenheit immer unisono geheissen: KEIN GELD. Hätte der Gesetzgeber und die Gerichte in der Vergangenheit und bis heute nicht immer zu Lasten der Vermieter entschieden, dann gäbe es mehr Wohnungen als heute. Wir haben jetzt die Situar´tion, dass die eigene Bevölkerung in der Vergangenheit NICHTS zählte und jetzt werden Schulden gemacht ohne Ende, um dann wieder nichts als Getthos der Zukunft zu bauen.
Nachnahme 06.12.2015
3. Sehr geehrter Herr Brandlhuber
die von Ihnen aufgezählten "Wahnwitzverordnungen" sind das Produkt unserer Industrie. Viel Erfolg wünsche ich Ihnen, wenn Sie versuchen sich gegen deren Lobby zu stellen. Bauherren (besonders die Privatpersonen) sollen so viel Geld ausgeben, weil sie es haben.
sepp08 06.12.2015
4. Die Architekten
sehen hier das große Geld. Die ganze Zeit, vor allem die Grünen, waren gegen die großflächige Versiegelung der freien Flächen durch den Wohnungsbau. Interessant finde ich auch die Äußerung, dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, sondern die wenigen Wohnungen. Im sozialen Wohnungsbau wurde die ganzen Jahre gespart, auch bei unseren sozialschwachen Mitbürgern, aber jetzt soll aufeinmal geklotzt werden. Die Grünen, werfen ihre Vorsätze mal wieder immer den "Haufen". Die Baubranche wird hier dem Wohnungsbau auch nicht nachkommen, denn baut man für den Staat , ist dies ein Geschäft, wo die Gelder schlecht fließen, deshalb bleibt man hier bei Privatkunden, da ist das Geld zu 99 Prozent sicher, denn staatliche Aufträge ziehen eine schlechte Zahlungsmoral nach.
Powerslave 06.12.2015
5. Eher das 21te Jahhunder, oder?
---Zitat--- Arno Brandlhuber ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Unter dem Namen Brandlhuber+ arbeitet er in wechselnden Partnerschaften an Bauprojekten. Seit den Zehnerjahren des 20. Jahrhunderts [...] ---Zitatende--- In den Zehnerjahre des 20.ten Jahrhundert war er vermutlich noch nicht geboren.
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