Argentinien Radiomoderator soll fünf Monate Feminismus verordnet werden

In Argentinien wurde ein Radiomoderator zu jeweils zehnminütigem Schweigen in seinen Sendungen verdonnert. Währenddessen dürfen Frauen reden. Der Mann hatte zuvor vielfach Feministinnen beleidigt.

Mischpult
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Der argentinische Radiomoderator Angel Etchecopar soll laut Medienberichten wegen sexistischer Äußerungen dazu aufgefordert worden sein, ab jetzt Feministinnen zehn Minuten in seinem Radioprogramm sprechen zu lassen und nicht zu kritisieren. Das berichteten unter anderem die BBC und die Zeitungen "Le Monde" und "La Nacion".

Der Radioreporter habe sein Programm "El Angel del Mediodía" ("Der Engel des Mittags") auf Radio 10 dazu genutzt, Feministinnen als "feminazis" und "ekelhafte Menschen" zu beleidigen, berichtet "Le Monde". Daraufhin wurde er wegen Geschlechterdiskriminierung angeklagt. Der Fall beinhalte abfällige, beleidigende, erniedrigende und diskriminierende Aussagen gegenüber Frauen, sagte die Staatsanwältin Villalba Diaz "La Nacion".

Etchecopar habe aber Reue gezeigt, deshalb wurde eine Strafe auf Bewährung fallen gelassen. Dafür soll der Radiomoderator nun vermehrt und unkritisch über Diskriminierung von Frauen sprechen: Etchecopar soll fünf Monate lang wöchentlich einen feministischen Gast einladen und diesen zehn Minuten lang ununterbrochen sprechen lassen.

Dafür soll die Staatsanwaltschaft eine Liste von Feminismusexperten zur Verfügung stellen und die argentinische Staatsanwältin für geschlechtsspezifische Gewalt Diskussionsthemen vorschlagen, berichtet die BBC. Zusätzlich solle Etchecopar ein Jahr lang diskriminierende Anmerkungen in seiner Radiosendung vermeiden. Ansonsten könne der Fall vor Gericht wieder aufgenommen werden.

Der argentinische Kongress hat in diesem Monat außerdem ein Gesetz verabschiedet, das Beamte dazu verpflichtet regelmäßig an Weiterbildungskursen zur Gendergerechtigkeit und sexualisierter Gewalt teilzunehmen.

mal

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