Trumps Besuch in Florida Lob für die Helfer - Schweigen zur Waffengewalt

Donald und Melania Trump haben in Florida Überlebende des Schulmassakers von Parkland besucht. Über die laxe Waffengesetzgebung im Land wollte der US-Präsident nicht reden.

Arzt Igor Nichiporenko mit den Trumps im Broward Health North Hospital
REUTERS

Arzt Igor Nichiporenko mit den Trumps im Broward Health North Hospital


Zwei Tage nach dem Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida haben US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania Überlebende im Krankenhaus besucht. Die beiden trafen am Freitag in der Klinik Broward Health North in Pompano Beach ein, wo einige der Opfer behandelt werden. Donald Trump dankte den Ärzten, Notrettern und Pflegern für ihre "unglaubliche" Arbeit.

Über die in den USA besonders laxe Waffengesetzgebung wollte der Präsident nicht reden. "Es ist traurig, dass so etwas passieren konnte", sagte er lediglich. Schon unmittelbar nach dem Attentat hatte sich Trump an die Öffentlichkeit gewandt und den Opfern und Angehörigen sein Beileid ausgesprochen. Auch dabei schwieg er zum Thema Waffengewalt in den USA.

Video: Trump äußert sich zum Attentat in Florida

Der 19-jährige Nikolas Cruz hatte am Mittwoch an seiner früheren Schule in Parkland mit einem Schnellfeuergewehr um sich geschossen. 17 Menschen wurden getötet, 15 weitere kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus. Cruz hatte die halbautomatische Waffe legal erworben.

Das Massaker in Parkland setzte einen seit Jahren bekannten Automatismus in Gang: Kritiker fordern wütend eine Verschärfung des Waffenrechts. Waffenbefürworter und Waffenlobby lehnen dies ab - mit Verweis auf die Verfassung, die das Recht auf freien Waffenbesitz garantiert. Trump hat eine Verschärfung des Waffenrechts immer wieder abgelehnt (mehr dazu lesen Sie hier).

Das Präsidentenpaar traf sich nach dem Krankenhausbesuch im Büro des Bezirks-Sheriffs in Fort Lauderdale mit Einsatzkräften und Politikern. Trump sagte dabei, er hoffe, die Einsatzkräfte würden die Anerkennung bekommen, die sie für ihre Arbeit verdienten. Die Trumps verbringen das Wochenende auf dem Anwesen Mar-a-Lago, das etwa 60 Kilometer nördlich von Parkland liegt.

Der Auftritt Donald Trumps steht in starkem Kontrast zum Vorgehen seines Amtsvorgängers. Als ein Attentäter 2012 zahlreiche Menschen an der Sandy-Hook-Grundschule erschoss, nahm Barack Obama kurz darauf an einer emotionalen Gedenkveranstaltung teil und verlas die Namen der Opfer. Nach einem Attentat in einer Kirche in South Carolina im Jahr 2015 sang Obama mit der Trauergemeinde das Lied "Amazing Grace":

WhiteHouse.gov

Bevor Donald und Melania Trump am Freitag mit der Air Force One nach Florida aufbrachen, sorgte ein neuer Bericht über eine Affäre des US-Präsidenten mit einem Ex-Playmate für Schlagzeilen. Karen McDougal schilderte dem Magazin "New Yorker", sie habe im Jahr 2006 eine Affäre mit dem damaligen Reality-TV-Star gehabt. Donald und Melania Trump hatten ein Jahr zuvor geheiratet.

aar/AFP/dpa

insgesamt 26 Beiträge
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Tschepalu 17.02.2018
1. Nun.....
die Waffengegner fordern Verschärfungen, aber keiner sagt genau wie das aussehen soll. Es gibt so viele Waffen, es ist praktisch unmöglich die Amerikaner zu entwaffnen. Wie soll das geschehen, bitte? Und, wir müssen auch verstehen dass der Waffenbesitz zu Amerika gehört wie das Bier zu Bayern oder Spätzle zu BW. Ich finde diese ganzen Verbotsforderungen typisch für die Linken hier im Forum. Das geht mir so auf den Keks. Ihr könnt immer nur verbieten, dann seit ihr zufrieden. Die Grünen sind typisch dafür. Ich, 58, bin seit 30 Jahren a k t i v e r Jäger und Sportschütze und kämpfe für das Recht auf Waffenbesitz. Selbst Gustav Heinemann sagte ein Land ist nur so frei wie seine Waffengesetze. Wie Recht er doch hatte. Ich hätte niemals gedacht einem Sozi mal zustimmen zu müssen, aber hier muss ich es einfach mal tun! Waffen verbieten ist rein ideologisch bedingt, es wird gelogen dass sich die Balken biegen wie bei den linken üblich. Man braucht sich nur mal Österreich, Tschechien oder die Schweiz anzuschauen dann sieht man wie falsch Forderungen nach einem Waffenverbot sind. Passiert dort mehr wie bei uns etwa? Nein, weil die Leute vernünftig mit Waffen umgehen wenn sie lernen damit umzugehen! Und darum sollte es auch keine Bevormundung im Sinne eines Waffenverbotes geben, dass ist ganz klar.
wokri 17.02.2018
2. Seine Anteilnahme
kommt nicht authentisch rüber! Eher sehr gestellt, als denke er die ganze Zeit, das dies nur eine leidige Pflichtsache sei und nun wieder das Thema Waffengesetz hochkommt was er irgendwie aussitzen muss.
genugistgenug 17.02.2018
3. Rammstein "Theorie"
Wäre damals der abstürzende Jet 100 m weiter vorne aufgeschlagen (mitten in der Ehrentribüne) hätte es sofort ein weltweites Verbot dieser Flugshows gegeben. Doch sowohl in Rammstein wie auch in den USA und anderen Attentatsländern trifft es halt "nur" normale Menschen und die interessieren die da oben nicht. Gleichzeitig zeigt die Zahl der Leibwächter (gibt es hier vielleicht Schläfer?), die Abschottung, usw. deutlich, wie sehr sie um die eigene Gefahr wissen. Doch so lange die alte Maschine "Attentat - Beileid bezeugen über Twitter und beten plus neue private Aufrüstung" funktioniert wird sich nichts ändern. Die Amis haben auch "stay your ground" wer sich auf das Grundstück begibt darf erschossen werden - oder man darf auch schießen, wenn man sich bedroht fühlt. Geht es noch perverser? Immerhin haben sie nun den dazu passenden Präser!
mr_bond 17.02.2018
4. Eiskalt und berrechnend
So hart es klingen mag, aber Trump sagt nichts in Sachen Waffenbesitzrechte weil es ihm selbst im Herzen nichts ausmacht. Für mich einfach unfassbar!
jjcamera 17.02.2018
5. american way of life
Damit sich etwas daran ändert, müsste man erst einmal 325 Millionen Amerikaner entwaffnen. Das ist in einem Land, das sogar Kindern das Tragen von Waffen erlaubt und Schulen deshalb zu Festungen umbaut, unmöglich. Die etwa 80 Toten durch Schusswaffengebrauch täglich sind Teil des "american way of life".
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