Extreme Regenfälle Australiens Nordosten befürchtet Jahrhundertflut

Extreme Trockenheit in weiten Teilen Australiens - nur der Bundesstaat Queensland säuft ab. Mancherorts fiel die Regenmenge eines Jahres binnen zwei Tagen. Besonders hart trifft es einen Küstenort.

ANDREW RANKIN/EPA-EFE/REX

Australien stöhnt unter einem Rekordsommer, mit Temperaturen teils nahe 50 Grad. In Queensland jedoch richten sich die Menschen auf eine Jahrhundertflut ein: Heftiger Dauerregen verwandelte in Teilen des Bundesstaats Straßen in Sturzbäche, Tausende Menschen mussten am Sonntag ihre überfluteten Häuser verlassen.

Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Der Regen könnte noch mehrere Tage weitergehen, so die Vorhersage. In einigen Regionen fiel binnen weniger Tage zwei Meter Niederschlag - normalerweise ist dies die Menge eines ganzen Jahres.

Queenslands Ministerpräsidentin Annastacia Palaszczuk sprach von einem "Ereignis, wie es nur alle hundert Jahre vorkommt". Allein in der Stadt Townsville waren 20.000 Häuser von Überflutung bedroht, Tausende waren ohne Strom.

Bewohner sprechen von "unfassbaren Wassermengen"

Der Wetterdienst warnte am Sonntag, dass wegen der Fluten die Schleusentore des Ross-Staudamms oberhalb von Townsville geöffnet werden mussten. Damit würden 1900 Kubikmeter Wasser pro Sekunde den Ross River hinunterstürzen. Townsville liegt in unmittelbarer Nähe des weltbekannten Korallenriffs Great Barrier Reef.

Die Polizei rief Bewohner besonders gefährdeter Zonen in Townsville auf, sich in höher gelegene Stadtteile zu begeben. Der Sender ABC berichtete, dass schon Tausende Häuser in den Vororten verlassen worden seien und die Evakuierungen weitergingen.

"Die Wassermengen sind einfach unfassbar", sagte Einwohner Chris Brookehouse dem Sender ABC. "Unser Untergeschoss ist weg, der Kühlschrank und die Gefriertruhe treiben im Wasser." Sollte das Wasser noch fünf bis sechs Treppenstufen steigen, sei auch das Obergeschoss überflutet.

Farmer rettet Touristen aus höchster Not

Der tropische Nordosten Australiens ist zu dieser Jahreszeit immer sehr regnerisch. In diesem Jahr sind die Regenmassen aber besonders groß: Grund ist ein Monsuntiefdruckgebiet, das sich nur sehr langsam von der Stelle bewegt und große Mengen Niederschlag freigibt. Die australische Wetterbehörde ging am Sonntag davon aus, dass die Regenfälle noch drei Tage anhalten könnten.

Auch im Landesinneren lassen heftige Regenfälle Flüsse über die Ufer treten. So mussten zwei deutsche und zwei Schweizer Touristen in der Nähe des Ortes Middleton per Hubschrauber gerettet werden, nachdem sie in ihren Autos vom Hochwasser überrascht worden waren. Die vier seien unverletzt, meldete die australische Nachrichtenagentur AAP am Samstag. Ein Farmer sei den Urlaubern mit seinem privaten Helikopter zu Hilfe gekommen, als sie in den Fluten des über die Ufer getretenen Diamantina-Flusses festsaßen. Middleton liegt mehr als 750 Kilometer westlich von Townsville, ebenfalls im Bundestaat Queensland.

Im Video: Land unter im Nordosten Australiens

Andrew Rankin/ EPA-EFE/ REX

Während der Nordosten Australiens im Wasser versinkt, leiden andere Teile weiter unter Dürre und Buschbränden. Dieser Januar war der heißeste je gemessene Monat auf dem Kontinent. Die Durchschnittstemperatur habe 30 Grad überstiegen, teilte die australische Meteorologiebehörde mit. Die höchste Temperatur wurde im Bundesstaat South Australia gemessen: Dort zeigte das Thermometer am 24. Januar 49,5 Grad.

jok/AP



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
KaWeGoe 03.02.2019
1. Wie ist noch mal die Position der australischen Regierung ...
... zum Klimaschutz ? Zu meiner Schulzeit galt noch der Spruch: "Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen !" Die meisten Menschen lernen leider nur mit aus selbst gemachten negativen Erfahrungen. Aus diesem Aspekt ist es für die nachfolgenden Generationen gut, wenn unsere Generation möglichst früh möglichst starke Schmerzen erleiden muss. Denn wir sind nicht die letzte Generation, die unter der Klimakatastrophe leiden wird, aber wir sind die letzte Generation, die die Klimakatastrophe abmildern kann. (Zitat: Barack Obama) Also her mit den Dürren, Starkregen, Stürmen - wir brauchen das dringend, wenn die Menschheit überleben soll.
raton_laveur 03.02.2019
2. Klimawandel? gibt es nicht!
Was in Australien an Wetterkapriolen zu beobachten ist, sollte den Australiern zu denken geben. Aber nein, man setzt weiter auf Kohle und sorgt für immer höhere Belastungen mit Treibhausgasen. Das ist ein Niveau noch unterhalb dessen, was Trump so vor sich hintwittert.
teijin 04.02.2019
3. Dem kann ich nur zustimmen.
Zitat von KaWeGoe... zum Klimaschutz ? Zu meiner Schulzeit galt noch der Spruch: "Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen !" Die meisten Menschen lernen leider nur mit aus selbst gemachten negativen Erfahrungen. Aus diesem Aspekt ist es für die nachfolgenden Generationen gut, wenn unsere Generation möglichst früh möglichst starke Schmerzen erleiden muss. Denn wir sind nicht die letzte Generation, die unter der Klimakatastrophe leiden wird, aber wir sind die letzte Generation, die die Klimakatastrophe abmildern kann. (Zitat: Barack Obama) Also her mit den Dürren, Starkregen, Stürmen - wir brauchen das dringend, wenn die Menschheit überleben soll.
Vor allem braucht Deutschland mal wieder 8 Millionen Arbeitslose, real sinkende Löhne und einen defizitären Haushalt. Das würde wahrscheinlich ebenfalls das kollektive Denkvermögen verbessern.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.