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Australien: Ehepaar lässt Leihmutter mit behindertem Baby im Stich

Online-Kampagne: "Hoffnung für Gammy" Zur Großansicht

Online-Kampagne: "Hoffnung für Gammy"

Eine thailändische Leihmutter trägt Zwillinge für ein australisches Paar aus. Dieses nimmt jedoch nur ein Kind, das andere mit Downsyndrom will es nicht. Die Empörung über diesen Fall ist groß - die Hilfsbereitschaft auch.

Sydney - Der Fall des sieben Monate alten Gammy hat in Australien Empörung ausgelöst, aber auch eine Welle der Hilfsbereitschaft: Ein australisches Ehepaar hat eine Leihmutter in Thailand mit dem behinderten Baby im Stich lassen - und nur dessen Zwillingsschwester mitgenommen. Das berichten unter anderem BBC und Sky-News.

Zahlreiche Australier hätten nun angeboten, Gammy zu adoptieren, hieß es. Die thailändische Zeitung "Thairath" hatte die Geschichte des Jungen in der vergangenen Woche öffentlich gemacht, kurz darauf wurde die Online-Kampagne "Hope for Gammy" gestartet. Hunderte Menschen spendeten dort bislang mehr als 135.000 Dollar (umgerechnet rund 100.000 Euro) - weil Gammy dringend eine Herzoperation brauche, die die Leihmutter sich nicht leisten könne.

Auch Australiens Regierungschef Tony Abbott äußerte sich am Samstag: "Es ist eine unglaublich traurige Geschichte." Australische Behörden würden den Fall nun untersuchen. Zudem würde geprüft, "was möglich ist", um dem kleinen Jungen zu helfen.

Das nicht identifizierte Paar aus Australien soll der Leihmutter gut 10.000 Euro für ihre Dienste gezahlt haben. "Das war eine Menge Geld für mich", sagte Pattaramon Chanbua, die bereits zwei eigene Kinder hat, dem Sender ABC. "Mit diesem Geld können wir die Ausbildung meiner Kinder und unsere Schulden bezahlen."

Die 21-jährige Thailänderin wurde mit Zwillingen schwanger. Die Australier hätten eine Abtreibung verlangt, als sich während der Schwangerschaft zeigte, dass eines der Kinder das Downsyndrom hat. Sie habe sich jedoch geweigert. Die Zwillinge wurden im Dezember geboren.

"Ich weiß nicht, was ich tun soll", sagte die Leihmutter. "Ich habe mich dafür entschieden, Gammy zu bekommen. Ich liebe ihn, er war neun Monate lang in meinem Bauch." Auch die thailändischen Behörden untersuchen den Fall.

wit/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 150 Beiträge
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1. Kapitalmoral
thilosc 02.08.2014
Ganz im Sinne einer kapitalistischen Moral wollte das saubere Ehepaar wohl die "fehlerhafte Ware" nicht annehmen...
2.
lanzarot 02.08.2014
Diesem Ehepaar sollte auch das gesunde Kind entzogen werden. Und beide Kinder sollten bei zusammen bei Eltern aufwachsen, die es verdienen, solche genannt zu werden.
3. Hoffentlich erfährt das gesunde Kind
mischpot 02.08.2014
in 20 Jahren von dem Fall.
4. Leihmutterschaft ist das Problem
boingdil 02.08.2014
Dieser Fall zeigt gut auf, warum Leihmutterschaft bei uns zu recht verboten ist. Wenn Kinder für Geld ausgetragen werden, werden sie zum Vertragsgegenstand. Und bei "Schlechterfüllung" wird dann versucht sich vor den Verpflichtungen zu drücken. Unerträglich. Gerade im Zusammenspiel mit Eltern aus armen Ländern. Unfreiwillig kinderlose Paare sollen adoptieren, statt Leihmütter zu benutzen. Ein Uterus ist eben kein neutraler Brutschrank.
5. ...während das andere Kind...
ratxi 02.08.2014
Zitat von thiloscGanz im Sinne einer kapitalistischen Moral wollte das saubere Ehepaar wohl die "fehlerhafte Ware" nicht annehmen...
...während das andere Kind selbstredend wahre Liebe durch die "Eltern" erfährt. Da sind die Beiden sich vermutlich sicher.
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