Zugunglück von Bad Aibling Daten zeigen laut Dobrindt keinen technischen Fehler

Für das Zugunglück von Bad Aibling verdichten sich die Hinweise auf menschliches Versagen als Unfallursache. Verkehrsminister Alexander Dobrindt kündigt nun Kontrollfahrten auf der Strecke an.

Bundesverkehrsminister Dobrindt an der Unfallstelle: Kontrollfahrten sollen Gewissheit bringen
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Bundesverkehrsminister Dobrindt an der Unfallstelle: Kontrollfahrten sollen Gewissheit bringen


Als Ursache für das Zugunglück von Bad Aibling wird menschliches Versagen immer wahrscheinlicher. "Tatsache ist, dass nach den Daten, die wir haben, ein technischer Fehler nicht vorgelegen hat", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Im Lauf dieser Woche werde es nach der Reparatur der Gleise nun Kontrollfahrten geben, sagte Dobrindt. Damit solle überprüft werden, ob die von den Fahrtenschreibern aufgezeichneten Daten validierbar sind. Ergebnisse sollten Ende dieser oder Anfang nächster Woche vorliegen. Bereits am Dienstagnachmittag wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei näher zur Unfallursache äußern.

Fahrdienstleiter setzte zwei Notrufe ab

Auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim waren am vergangenen Dienstag zwei Regionalzüge bei etwa Tempo 100 frontal zusammengestoßen. Elf Menschen starben, rund 80 weitere wurden verletzt. Nach wie vor ist der Zustand einiger Verletzter kritisch. Nach Informationen des SPIEGEL hatte ein Fahrdienstleiter noch versucht, die Kollision zu verhindern. Er setzte zwei Notrufe ab.

Die Deutsche Bahn hat derweil mit der Instandsetzung der Gleise begonnen. In den kommenden Tagen müssen 120 Meter Gleisanlagen repariert, 180 Meter Schwellen ausgetauscht und einige Tonnen Schotter verbaut werden. Am Sonntag hatten Angehörige, Helfer, Geistliche und Politiker in einem bewegenden Gottesdienst der Opfer des Zugunglücks gedacht.

Karte

Klicken Sie auf die Haltestellen für die Abfahrtzeiten laut Fahrplan (blau eingezeichnet die Strecke von München aus und rot von Rosenheim aus).

apr/dpa

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