Bart-Appell in Hessen Feuerwehr-Hipster? Brandgefährlich!

Bärte sind in Mode - und das ist für Tanja Dittmar ein Problem. Die Chefin der Feuerwehr im hessischen Bad Hersfeld fordert Kollegen zur Rasur auf: Wer Leben retten wolle, könne halt nicht immer hip sein.

Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar
Johannes Kohlen/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landkreis Hersfeld-Rotenburg / DPA

Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar


In Sachen Gesichtsbehaarung sind die Deutschen immer schon ein wenig eigen. Bei der Bundeswehr etwa gibt es eine Dienstanweisung, Kennung A.26301.1I, die haarklein die Länge und Pflege des bundesdeutschen Soldatenbarts regelt. So ist es männlichen Militärangehörigen ausdrücklich erlaubt, sauber gestutzte Behaarung im Gesicht zu tragen, im Urlaub darf diese sogar munter sprießen.

Damit wäre die Bundeswehr in dieser Frage um einiges toleranter als Tanja Dittmar. Die Chefin der Feuerwehr im hessischen Bad Hersfeld hat Bärten nun den Kampf angesagt, aus Sicherheitsgründen. Träger von Atemschutzgeräten rief sie dazu auf, regelmäßig zum Rasierer zu greifen. Vollbärte und Dreitagebärte seien zurzeit angesagt, aber: "Die Atemschutzmasken vertragen keine Gesichtsbehaarung, sie sollen ja dicht anliegen", sagte sie dem Nachrichtenportal Hessenschau.de.

"Es hat schon Todesfälle wegen undichter Masken bei Bartträgern gegeben", sagte die Kreisbrandinspektorin weiter. Die Atemschutzgeräteträger sollten doch bitte, so Dittmar, "ihr selbstgewähltes Ehrenamt von der Wertschätzung vielleicht doch etwas höher ansetzen als ihr Erscheinungsbild als modischer Hipster".

Der Sprecher des Landesfeuerwehrverbands Hessen, Holger Schönfeld, sagte: "Die Vorschrift, dass die Träger von Atemschutzgeräten keine Bärte tragen dürfen, dient dem Eigenschutz." Sonst könnten durchdringende toxische Gase zu Gesundheitsschäden führen oder sogar töten. Wie groß das Bartproblem bei der Feuerwehr wirklich ist, vermag Schönfeld nicht zu sagen. "Aber da Bärte in Mode sind, kommt es immer mal wieder vor."

Wer bei Übungen der Freiwilligen Feuerwehr mit einem Bart antritt, muss nach Hause geschickt werden - und kann auch im Ernstfall nicht helfen. Darum gehe es bei ihrem Rasur-Appell, sagt Tanja Dittmar.

mxw/dpa



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