Unfall bei Schützenfest Schießleiter von Kugel getroffen

Bei einem Wettkampfschießen am Kaiserstuhl will der Leiter eines Schießstands neue Zielscheiben aufhängen. Plötzlich trifft ihn ein Schuss von hinten.


Der Leiter eines Schießstands ist bei einem Schützenfest in Eichstetten am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg angeschossen und schwer verletzt worden. Der 69-Jährige wollte nach Angaben der Polizei neue Zielscheiben im Schießstand aufhängen. Aus der Waffe eines Teilnehmers an dem dort veranstalteten Wettkampfschießen löste sich währenddessen aus zunächst ungeklärter Ursache ein Schuss, der den Mann von hinten in die Schulter traf und sie durchschlug.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der 48 Jahre alte Schütze seine Langwaffe geladen und sich zu seiner Familie umgedreht, die hinter ihm stand. Dabei löste sich der Schuss. "Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen gehen wir davon aus, dass kein Vorsatz vorlag", sagte ein Polizeisprecher. Er betonte allerdings auch: "Wenn einer bei den Zielscheiben ist, hat man keine Waffe aufzunehmen."

Keine Augenzeugen außer den Beteiligten

Die Polizei ermittelt wegen möglicher Körperverletzungsdelikte. Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, da niemand außer der Beteiligten den Zwischenfall beobachtet haben soll. Auch Videokameras habe es in dem Bereich nicht gegeben.

Der verletzte Schießleiter wurde am Ort des Geschehens zunächst von Rettungsdienst und Notarzt betreut und danach in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Er blieb laut Polizei ansprechbar. Lebensgefahr bestand nicht. Die Waffe wurde sichergestellt.

Immer wieder kommt es bei Schützenfesten zu Unfällen. In Sachsen wurde im vergangenen Jahr ein 50-Jähriger verletzt. Damals hatte ein Schütze beim gemeinsamen Abfeuern der Böllerkanone den Zündmechanismus vorzeitig ausgelöst. Der 50-Jährige stand noch zu nah an der Kanone: Er verletzte sich am Auge und erlitt ein Knalltrauma.

Im Sommer 2015 gab es in Nordrhein-Westfalen einen besonders tragischen Unfall. Ein Schützenkönig im Sauerland wurde bei Böllerschüssen durch eine explodierende Kanone tödlich verletzt.

ans/dpa



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