Bartmeisterschaft Gut gewickelt ist halb gewonnen

Lockenwickler sind nur was für Damen? Weit gefehlt! Bei der Bartmeisterschaft im baden-württembergischen Bad Schussenried hängen die prächtigsten Zopfgebilde unter der Nase. Eine Schau vom "Backenbart Freistil" bis zum "Kinnbart Chinesisch".

dapd

Bad Schussenried - And the winner is... Gesichtsumrahmung plus zwei Zöpfchen am Kinn! Am Samstag kamen in Bad Schussenried (Baden-Württemberg) 163 Bartträger zur Internationalen Deutschen Bartmeisterschaft zusammen. "So viele Teilnehmer hatten wir noch nie", sagte Veranstalter und Präsident des 1. Höfener Bart- und Schnorresclub, Wolfgang Stier, am Abend.

Die Männer traten an, um ihre Schnauz-, Kinn-, Backen- und Vollbärte im Wettbewerb zu messen. Eine siebenköpfige Jury wählte die Sieger in 18 Kategorien, darunter "Schnauzbart Kaiserreich", "Backenbart Freistil" und "Vollbart Naturale mit gestyltem Oberlippenbart". Einer der Sieger war der Pforzheimer Jens Müller mit der Gesichtsumrahmung plus zwei Zöpfchen am Kinn, dem sogenannten Trendbart. Der Berliner Lutz Giese gewann mit dem "Kinnbart Chinesisch" - beide erhielten von der Jury jeweils 49,5 von 50 möglichen Punkten, wie Stier sagte.

Unter den Teilnehmern waren US-Amerikaner, Franzosen, Schweizer, Österreicher und Niederländer. Die Meisterschaft wird seit 1987 veranstaltet. Zunächst fand sie alle zwei Jahre statt, zuletzt jedes Jahr. Teilnahmebedingung ist, die Vorgaben des Verbands Deutscher Bartclubs für die einzelnen Bartkategorien genau einzuhalten. Dabei können mitunter Millimeter entscheidend sein. Zudem heißt es: "Prinzipiell ist in allen Klassen eine unnatürliche oder grelle Haarfarbe nicht erlaubt. Gesichtsmasken und stark geschminkte Gesichter sind nicht zugelassen."

Die Schnurrbärte haben sich heute offenbar weitgehend freigemacht von dem Vorwurf des feudalistischen Zopftums, den einst Heinrich Heine in seinem Versepos "Deutschland. Ein Wintermärchen" heraufbeschwor: "Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur Des Zopftums neuere Phase: Der Zopf, der ehmals hinten hing, Der hängt jetzt unter der Nase."

bos/hei/dpa



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