Basler Fasnacht Auf einen Morgestraich

Tage nach dem deutschen Karneval feiert auch die Schweiz: Die Basler Fasnacht ist gestartet. Außer schaurigen Masken gibt es auch einen Streit über Rassismus.

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Mit lautem Pfeif- und Trommelkonzert hat in Basel in den frühen Morgenstunden die Fasnacht begonnen. Traditionsgemäß gingen um vier Uhr sämtliche Straßenlichter aus, und in völliger Dunkelheit gab der Zeremonienmeister den Befehl: "Morgestraich: Vorwärts, marsch!" Die Karnevalsvereine, Cliquen genannt, zündeten ihre meterhohen Laternen an und starteten ihre Märsche durch die Innenstadt.

Die Basler Fasnacht steht seit zwei Jahren auf der Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Unesco. Sie beginnt traditionell eine Woche nach Rosenmontag und dauert genau 72 Stunden: am Donnerstagmorgen um vier Uhr ist alles vorbei. Es gibt rund 20.000 Aktive, und die Stadt erwartet an den drei Tagen 200.000 Besucher, die tunlichst selbst nicht in Kostümen anreisen - das ist verpönt.

Verein "Negro-Rhygass" verzichtet auf Logo

Mit Spannung erwartet wurde der Umgang der Cliquen mit den Rassismusvorwürfen gegen einen jahrzehntealten Fasnachtmusikverein. Dieser steht wegen seines Logos seit Monaten in der Kritik. Darauf ist ein dunkelhäutiger Mensch mit wulstigen Lippen und einem Knochen im Haar abgebildet. Der Verein "Negro-Rhygass" willigte ein, das Label nicht mehr öffentlich zu verwenden. Mindestens eine der Cliquen machte die Auseinandersetzung zum Thema.

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Morgestraich in Basel: Mit Trommeln und Flöten

Die Laternen sind mit satirischen Motiven bemalt, die wie die Festwagen bei Rosenmontagszügen in Deutschland die lokale oder die internationale Politik oder den Zeitgeist auf die Schippe nehmen. Themen waren in diesem Jahr auch der Klimawandel und Digitalisierung.

apr/dpa



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