Geräte zur Gesichtsveränderung Bitte lächeln!

Weg mit den Falten, fort mit dem Doppelkinn und her mit dem Schmollmund: Fotografin Evija Laivina hält mit ihrer Kamera fest, was sich Menschen ins Gesicht klemmen, um ihr Aussehen zu verändern.

Evija Laivina

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Vom Lächeltrainer bis zum Gesichtsstraffer: Das Internet ist voll von bizarren Beauty-Tools, die perfekte Schönheit versprechen. Die lettische Fotografin Evija Laivina hat einige dieser seltsamen Geräte fotografiert.

Auf die Idee zu der Fotoserie "Beauty Warrior" kam sie, als sie zufällig einen "Face Slimmer" im Internet entdeckte - er sollte dazu verhelfen, das Gesicht schmaler zu machen. Laivina fand auf Online-Shopping-Seiten weitere merkwürdige Accessoires, meist aus China. Sie begann, die Werkzeuge zu kaufen und zu fotografieren.

Als Modelle konnte sie Freunde oder junge Frauen, die sie über das Internet kennenlernte, gewinnen. Die Porträtierten ließ sie vor einem dezenten Hintergrund Platz nehmen. Sie tragen T-Shirts, Kleider und Blusen, ihre Haare sind mal offen, mal zum Zopf gebunden - und alle haben die seltsamen Apparaturen im Gesicht.

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15  Bilder
Gesichtsmuskeltrainer im Einsatz: Der Nasenheber aus dem Internet

Es sind kleine, bunte Formen und Gerätschaften, meist aus Plastik: Masken für ein strafferes Gesicht, eine Klammer, die die Nasenspitze nach oben drücken oder eine Art Brille, die ein zweites Lid erzeugen soll. Was fast alle Produkte gemeinsam haben: Sie sehen alle sehr unbequem aus, fast wie Folterinstrumente.

Wer schön sein will, muss leiden, heißt es. Doch lohnt sich das hier? Solch drastische körperliche Veränderungen in kürzester Zeit würden an ein Wunder grenzen.

Laivina glaubt nicht daran, dass die im Internet bestellten Nasenformer oder Gesichtsbandagen halten, was sie versprechen: "Ich denke, dass Leute, die diese Art von Produkten kaufen, erkennen müssen, dass sie völlig nutzlos sind", sagt sie. "Aber aus irgendeinem Grund verkaufen sie sich trotzdem überraschend gut."

Die Existenz solcher Dinge zeige, wie unsicher wir sind, wie sehr uns die Gesellschaft, die Modeindustrie und soziale Medien unter Druck setzen. "Manchmal wirkt es auf mich, als wäre die Welt von falscher Schönheit besessen."

Man müsse sich nicht an unrealistische Schönheitsnormen anpassen, sagt sie: "Wir sollten uns in unserer Haut wohl und schön fühlen."

Bislang habe sie aber auch noch niemanden getroffen, der diese Werkzeuge wirklich benutzt - außer die hauterfrischenden Kühlmasken, die sie selbst auch ab und zu anwendet.

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