Brüssel - Mit einem "Deportationswaggon" für Frankophone und Karnevalisten in SS-Uniformen wollen Teilnehmer am Karnevalsumzug im belgischen Aalst die Unabhängigkeitsbestrebungen flämischer Politiker kritisieren. Einer der Festwagen bei der Parade am Sonntag soll die Form eines Fracht-Waggons haben, wie ihn die Nazis zum Transport von Juden in die Konzentrationslager benutzten.
Beschriftet wird der Waggon den Planungen zufolge mit den Worten "Zur Deportation der Frankophonen", im Inneren wird eine Puppe mit den Zügen des französischsprachigen belgischen Regierungschefs Elio di Rupo gefangen sein, während Lautsprecher "deutsche Musik spielen", wie die Organisatoren ankündigten. Mitglieder des Karnevalsvereins wollen in SS-Uniformen auftreten, auf denen das Emblem der für die Unabhängigkeit Flanderns kämpfenden Neu-Flämischen Allianz (N-VA) durch "SS-VA" ersetzt ist.
Die Karnevalisten wollten zeigen, wie "lächerlich" die von der N-VA geführte Politik der "Flamisierung" von Aalst sei, sagte ein Sprecher des Karnevalsvereins. Seit ihrem Sieg bei den Kommunalwahlen in Aalst bemüht sich die N-VA mit einer Vielzahl von Initiativen, den "flämischen Charakter" der 30 Kilometer westlich von Brüssel gelegenen Stadt zu stärken. Unter anderem wurde das Bild des belgischen Königspaars aus dem Rathaus entfernt.
N-VA-Chef Bart De Wever kritisierte, bei der Karnevalsaktion handele es sich um eine Geschmacklosigkeit. Auch der französischsprachige Regierungschef der Region Wallonie, Rudy Demotte, sprach von einem "skandalösen" Vorhaben.
lei/dpa
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