Sexismusvorwürfe Belgien zieht WM-Hymne von Rapper Damso zurück

"Gewalt gegen Frauen in erstaunlichem Umfang": Der belgische Fußballverband machte einen Song des Rappers Damso zum WM-Song seiner Nationalmannschaft - bis sich Kritik an seinen Texten regte.


Ohne Hymne fahren sie zur WM…: Eigentlich sollte Rapper Damso Belgiens offizielles Lied zur Fußballweltmeisterschaft liefern. Nun ist die Zusammenarbeit allerdings geplatzt. Laut BBC hat der belgische Fußballverband RBFA das Lied verworfen.

Zuvor hatte die Wahl des Damso-Liedes als offizielle WM-Hymne des Landes für Aufsehen gesorgt. Sponsoren und Aktivisten hatten dem Sänger frauenverachtende und sexistische Texte vorgeworfen.

In einem Brief an die Sponsoren der Nationalmannschaft schrieb der belgische Frauenrat, dass Damso in seinen Texten Verachtung, Missbrauch und Gewalt gegen Frauen in erstaunlichem Umfang besingen würde.

"Damsos Ernennung zum offiziellen Cheerleader ist eine Billigung des Sexismus, für den er steht, und verbindet diesen auch noch mit einem großen Sportereignis, das weltweit verfolgt wird", heißt es laut BBC in dem Brief. Große Sponsoren wie Adidas und Coca-Cola schlossen sich der Kritik des Frauenrats an.

Nun hat der RBFA dem Druck nachgegeben. In einer Stellungnahme entschuldigte sich der Verband bei allen, die sich durch die Wahl des Musikers verletzt gefühlt hatten. Man habe die Zusammenarbeit mit Damso im gegenseitigen Einvernehmen beendet, heißt es weiter.

Der Rapper selbst hat die Entscheidung zunächst nicht kommentiert. Auf Twitter veröffentlichte er allerdings einen Ausschnitt aus seinem WM-Lied "Humains". Der Clip wurde mittlerweile mehr als 27.000 Mal retweetet.

Auch Borussia Dortmunds Spieler Michy Batshuayi hat das Lied geteilt. Der Stürmer ist Mitglied der belgischen Nationalmannschaft.

asc

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