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Beliebteste Vornamen 2013: Im Land der Sophies und Maximilians

Mütter mit Kinderwagen (Archivbild): Namensgebung im Gleichschritt Zur Großansicht
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Mütter mit Kinderwagen (Archivbild): Namensgebung im Gleichschritt

Deutschlands beliebteste Baby-Vornamen hießen 2013 Sophie/Sofie und Maximilian. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für deutsche Sprache, die rund 876.000 Einzelnamen auswertete. Die Top Ten sehen Sie hier.

Wiesbaden - Nicht irritiert sein: Es gibt schon wieder eine neue Rangliste der beliebtesten Babynamen in Deutschland. Während im Dezember noch Ben und Mia ganz vorn lagen, wird die neue Hitparade nun von zwei anderen Namen angeführt - Sophie/Sofie und Maximilian wurden 2013 am häufigsten vergeben. Das teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden mit.

Hintergrund der scheinbaren Unstimmigkeit: Eine amtliche Vornamenstatistik wird in Deutschland nicht geführt, stattdessen werten zwei private Akteure die Vergabezahlen aus. Einerseits die GfdS, andererseits der Hobbyforscher Knud Bielefeld, der auf dem Gebiet der Namensvergabe als Experte gilt und auf dessen Zählung die Liste im Dezember beruhte. Während Bielefeld aber nur Erstnamen erfasst, untersucht die GfdS - ein nach eigenen Angaben von der Bundesregierung geförderter Verein - auch den ganzen Rest, der beim Standesamt angemeldet wird.

Demnach verdrängte Maximilian bei den Jungs Luca/Luka von Platz eins. Bei den Mädchen verteidigte Sophie/Sofie ihren Spitzenplatz. Marie schaffte es erneut auf Platz zwei, gefolgt von Sophia/Sofia und Maria. Die vollständige Rangliste der GfdS:

Jungen

1. Maximilian (1,63 %)
2. Alexander (1,58 %)
3. Paul (1,51 %)
4. Luca/Luka (1,47 %)
5. Ben (1,30 %)
6. Luis/Louis (1,25 %)
7. Elias (1,24 %)
8. Leon (1,19 %)
9. Lukas/Lucas (1,17 %)
10. Noah (1,09 %)

Mädchen
1. Sophie/Sofie (3,32 %)
2. Marie (3,06 %)
3. Sophia/Sofia (1,62 %)
4. Maria (1,56 %)
5. Mia (1,55 %)
6. Emma (1,42 %)
7. Hannah/Hanna (1,27 %)
8. Anna (1,23 %)
9. Emilia (1,22 %)
10. Johanna (1,08 %)

Erstmals ermittelte die GfdS für das vergangene Jahr auch, was tendenziell die beliebtesten Erst- und Zweitnamen sind. Bislang hatte es diese Unterscheidung nicht gegeben. Dabei - und hier sind sich die Sprachforscher und Knud Bielefeld wieder einig - sind die beliebtesten Kandidaten bei den Mädchen Mia, Emma und Hanna/Hannah sowie bei den Jungen Ben, Paul und Luca/Luka.

Als tendenziell beliebteste Zweitnamen gelten demnach Sophie/Sofie, Marie und Maria sowie Alexander, Maximilian und Elias.

Grundlage für die Erhebung der Sprachforscher sind Daten der deutschen Standesämter. Für das vergangene Jahr wurden dabei rund 876.000 Einzelnamen gemeldet. So wurden laut GfdS die Namen von knapp 90 Prozent aller im vergangenen Jahr in Deutschland geborenen Kinder erfasst, die über 57.000 unterschiedliche Namen erhielten.

Für besondere Heiterkeit sorgen dabei immer wieder die Exoten, die es zwar nicht in die Top Ten schaffen - dafür aber in den sehr lustigen "Chantalismus"-Tumblr, der die phantasievollsten Vornamen Deutschlands aus Geburtsanzeigen, von Auto-Stickern oder Krankenhaus-Pinnwänden präsentiert. Sherina-Felischa zum Beispiel, oder Aragorn Klaus Dieter. Aber das ist eine andere Geschichte.

rls/dpa

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1.
theodorzaloschnik 08.05.2014
Vor kurzem las ich auf einem Auto Aufkleber den Namen 'Destiny Melody'. Manche Eltern haben echt nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber die Standesämter, die derartige Namen zulassen ebenso wenig.
2.
5b- 08.05.2014
Wenn man mal auf der Seite der Gesellschaft für Deutsche Sprache nachschaut sieht man das Maximilian seit 1995 in den Top-Zwei ist. Sehr interessant. Seit rund zwanzig Jahren tut sich nicht sehr viel bei den beliebtesten Vornamen obwohl es bei den weiblichen Vornamen doch etwas mehr tut.
3. Kevin ade
Ylex 08.05.2014
Immerhin sind die Vornamen meistens kurz und klingen ganz angenehm im Ohr, außerdem scheinen die Zeiten von Nicole, Desiree, Kevin und Sascha vorbei zu sein. Rückblickend habe ich den, vielleicht ja auch falschen Eindruck, dass zeitgemäße "Vornamensrudel" existieren, aus denen dann fast jede und jeder einen Namen abkriegen - zu meiner Kindheitszeit waren es ungefähr diese Jungen-Vornamen: Heinz, Dieter, Erwin, Georg, Werner, Kurt und Peter - und dann gab es da noch eine epochale Besonderheit bei den Jungens, der unausweichliche "Hans", vor dem auch ich nicht verschont blieb, also dann Hans-Dieter, Hans-Georg, Hans-Werner, Hans-Peter usw. - in meiner Straße, wo ich damals alle kannte, hatte nur ein einziger Junge keinen "Hans" davor, der arme Kerl hieß mit Vornamen Utz, was ihm manches Problem einbrachte. Mit den Mädchennamen kannte ich mich nicht so aus, aber fast alle Mädchen hießen, glaube ich jedenfalls, Renate oder Ulrike. Später wurde es dann abenteuerlicher, Neugeborene in meinem Bekanntenkreis bekamen zum Beispiel Patrick-Lionel (wegen Lionel Hampton) verpasst, oder Hosea-Che (wegen Che Guevara) oder Jean-Paul (wegen Jean Paul Sartre), und ich weiß noch, dass Eltern wegen des Vornamens ihrer kleinen Tochter mit dem Standesamt im Streit lagen, letzteres wollte "Janis" nicht akzeptieren... wo doch Vater und Mutter restlos begeisterte Janis-Joplin-Fans waren. Apropos Jean Paul, gerade fand ich im Netz eine wahnsinnig interessante Hausarbeit von einem gewissen Jan-Paul Laarmann, Titel: "Genderlinguistische Aspekte der Onomastik am Beispiel der Vornamen" - geprüft von Prof. Dr. Ulrike Haß https://www.uni-due.de/imperia/md/content/genderportal/genderlinguistische_aspekte_der_onomastik_am_beispiel_der_vornamen.pdf Dieses Werk kann ich allen, die vornamensmäßig auf der Höhe der Zeit sein wollen, nur wärmstens empfehlen.
4. @ Yflex
woodeye 08.05.2014
Vielen Dank fuer Ihren netten und informativen Kommentar.
5. mindestens ebenso wichtig
malte.b 08.05.2014
Die Lebensrealität in den meisten deutschen Städten wesentlich mehr berücksichtigen würde eine offizielle Liste der beliebtesten Hundenamen. Es wäre schön, wenn SPON dem irgendwann einmal Rechnung zollen würde.
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