Wein-Abzocke Starkoch Violier soll Opfer von Betrügern geworden sein

Gerade wurde Benoît Violier beerdigt, da wird ein Gerücht öffentlich: Der Starkoch soll von windigen Geschäftemachern um bis zu 1,8 Millionen Euro betrogen worden sein.

Benoît Violier führte in der Schweiz ein Dreisternerestaurant
AFP

Benoît Violier führte in der Schweiz ein Dreisternerestaurant


Am Freitag nahmen 1500 Menschen Abschied von Benoît Violier. Der Starkoch hatte sich Ende Januar mutmaßlich selbst getötet. Kaum war er zu Grabe getragen, machte am Samstag ein Gerücht die Runde: Die Online-Ausgabe des Schweizer Wirtschaftsmagazins "Bilan" ("Bilanz") berichtete, Violier sei vor seinem Tod Opfer "eines enormen Betrugs" geworden.

Demnach habe der aus einer Winzerfamilie stammende Violier beträchtliche Summen in seltene Weine investiert, die aber nie geliefert worden seien. Der Sternekoch sei in "umfangreiche finanzielle Auseinandersetzungen" geraten, deren Urheber er nicht gewesen sei, die ihm aber "beträchtliche Verluste" beschert hätten. Verantwortlich soll "Bilan" zufolge eine inzwischen aufgelöste Aktiengesellschaft aus dem Wallis sein. Die habe ihre Kunden mit Gewinnen von bis zu 40 Prozent pro Flasche gelockt.

Violier, Chef eines Dreisternerestaurants im schweizerischen Crissier, sei wie viele andere getäuscht worden, so das Magazin. Die Summe seiner Verluste bezifferte "Bilan" laut eignen Recherchen auf 800.000 bis zwei Millionen Franken, rund 723.000 bis 1,8 Millionen Euro. Diese Angaben sind allerdings nicht belegt.

Violier hatte das Restaurant in Crissier 2012 gemeinsam mit seiner Frau Brigitte übernommen. Er hatte es von seinem Mentor, dem Starkoch Philippe Rochat, übernommen. Rochat starb im vergangenen Jahr im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt.

Laut "Bilan" gehörte auch Rochat zu den Opfern der betrügerischen Machenschaften. Eine namentlich nicht genannte Person aus dem Kreis der geschädigten Restaurant-Chefs soll sich dem Magazin anvertraut und Details genannt haben. Bewiesen sind die Angaben bisher nicht.

Benoît Violier wurde 2013 vom renommierten Restaurant- und Hotelführer Gault et Millau zum Koch des Jahres ausgezeichnet. Am 31. Januar wurde die Leiche des 44-Jährigen gefunden. Er hinterlässt eine Frau und einen Sohn.

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