Blindgänger am Hauptbahnhof Weltkriegsbombe in Berlin entschärft

Erfolgreicher Einsatz in Berlin: Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Hauptbahnhof entschärft worden. Zehntausend Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, die Innenstadt war teilweise lahmgelegt.

DPA

Die in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs gefundene Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft. "Kurzer Knall - der Zünder wurde soeben abseits der Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt", teilte die Polizei am Mittag via Twitter mit. Die Arbeit der Experten sei erfolgreich gewesen.

Unmittelbar im Anschluss hoben die Einsatzkräfte alle Absperrungen rund um den Fundort des Sprengkörpers wieder auf: "Alle Menschen können zurück in ihre Gebäude." Auch der Hauptbahnhof wurde wieder geöffnet.

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Die Behörden hatten eine Sicherheitszone mit einem Radius von 800 Metern eingerichtet. Der Hauptbahnhof war dicht, Fernzüge und S-Bahnen fuhren nicht mehr. Straßen rund um den Fundort der 500-Kilo-Bombe wurden komplett gesperrt. Etwa 10.000 Menschen mussten zur Sicherheit ihre Wohnungen verlassen.

Im Nahverkehr sollte der normale Betrieb relativ rasch wieder anlaufen. Beim Fernverkehr dauert das nach Angaben der Deutschen Bahn etwas länger.

Die Evakuierung hatte morgens um neun Uhr begonnen. Die Polizei war mit 300 Einsatzkräften vor Ort. Polizisten fuhren mit Lautsprecherwagen durch die Straßen, an Türen und Wohnungstüren wurde geklopft und geklingelt. Die Aktion laufe ruhig und harmonisch, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Behörden hatten den Einsatz tagelang vorbereitet. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren aktiv. Betroffen waren neben dem ansonsten stark frequentierten Hauptbahnhof das Sozialgericht, das Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesnachrichtendienst und ein Teil des Bundesverkehrsministeriums. Die Charité und das Bundeswehrkrankenhaus mussten ebenfalls teilweise geräumt werden.

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Bombe in Berlin: Einsatz am Hauptbahnhof

Etwa 300.000 Reisende und Besucher bewegen sich nach Bahn-Informationen täglich über den Hauptbahnhof. "Eine vergleichbare Situation in diesem Ausmaß hatten wir noch nicht", sagte ein Bahnsprecher. Mitarbeiter am Bahnhof mussten ihren Arbeitsplatz verlassen, ebenso etwa 1300 Angestellte der Deutschen Bahn.

Berlin war im Zweiten Weltkrieg sehr oft Ziel von Luftangriffen. Bei etwa 380 Bombenangriffen bis 1945 warfen Amerikaner, Briten und Russen nach Schätzung von Historikern mehr als 45.000 Tonnen Sprengstoff auf die Stadt. Vor allem bei Bauarbeiten kommen die Blindgänger wieder ans Licht. Nach Schätzungen der Senatsverwaltung für Umwelt liegen noch immer etwa 3000 Bomben, Granaten und Munitionsreste in Berlin unter der Erde.

wit/dpa/AFP

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