Berlin Mindestens zwölf Tote - Lkw rast in Weihnachtsmarkt

Mindestens zwölf Tote und 48 Verletzte: In Berlin ist ein Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt in der Nähe der Gedächtniskirche gefahren. Laut Polizei handelt es sich vermutlich um einen Anschlag. Die Übersicht.


Ein Lkw ist am Montagabend in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg gerast. Mindestens zwölf Menschen starben, wie die Polizei bestätigte. 48 Personen wurden teils schwer verletzt. Außerdem soll es sich vermutlich um einen terroristischen Anschlag gehandelt haben (hier lesen Sie alle Entwicklungen im Newsblog).


HINWEIS

Die aktuellste Meldung zum möglichen Anschlag in Berlin ist derzeit diese: Lkw wurde laut Polizei vorsätzlich in die Menschenmenge gelenkt.

Die direkt unter diesem Hinweise stehenden Links sind ebenfalls aktuell.

Unter den Toten sei der Beifahrer des Lkw, der an den Unfallfolgen gestorben sei. Der Fahrer sei geflüchtet. In der Nähe des Geschehens sei ein Verdächtiger festgenommen worden. "Wir überprüfen jetzt, ob es sich dabei um den Fahrer handelt", teilte die Polizei mit

Sie rief die Bürger auf, nicht vor die Tür zu gehen. "Bitte helfen Sie uns", twitterte die Polizei: "Bleiben Sie zu Hause und verbreiten Sie keine Gerüchte." Facebook aktivierte den sogenannten Safety-Check, mit dem sich Nutzer vor Freunden, Familien und Bekannten als sicher markieren können.

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Attacke auf Weihnachtsmarkt: "Ein schlimmer Abend für Berlin"

Der Lastwagen fuhr laut Polizei im Bereich Kantstraße Ecke Budapester Straße gegen 20 Uhr auf einen Gehweg nahe dem Weihnachtsmarkt. Die Budapester Straße war voll gesperrt. Für Angehörige haben Helfer eine Sammelstelle eingerichtet. Die Polizei räumte den Weihnachtsmarkt und sperrte die Bereiche nach und nach ab.

SPIEGEL-ONLINE-Reporter Sebastian Fischer berichtete von vor Ort, man sehe Blaulicht von Polizei- und Krankenwagen, höre aber keine Sirenen. Der Platz um die Gedächtniskirche sei weiträumig abgesperrt gewesen. Dennoch seien einige Passanten in der Sperrzone verblieben, darunter Mitarbeiter der angrenzenden Geschäfte, etwa aus dem Europa Center. "Viele filmen das Geschehen mit ihren Handys, andere schauen fassungslos vor sich hin."

SPIEGEL-ONLINE-Reporter Christoph Sydow berichtete gegen 22 Uhr: "Die Polizei hat den Tatort rund um die Gedächtniskirche weiträumig abgesperrt. Polizisten mit Maschinenpistolen sichern den Breitscheidplatz. Die Buden des Weihnachtsmarkt sind hell erleuchtet, über der ganzen Szenerie liegt gespenstische Stille. Aber es gibt auch Schaulustige, die vor der Polizeiabsperrung Selfies machen."

Der Bereich um die Gedächtniskirche gehört zu den berühmtesten Gegenden der Hauptstadt. Viele Touristen und Einheimische gehen hier, in der Nähe des Kurfürstendamm, bummeln. Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist bekannt und beliebt.

Jetzt ist offenbar das passiert, vor dem Sicherheitsbehörden seit Jahren gewarnt haben. Die Gefahr von Anschlägen in Deutschland wurde stets als konstant hoch beschrieben.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich am späten Abend das erste Mal zur Bluttat vom Breitscheidplatz. "Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls", sagte er. Er bot dem Land Berlin jegliche Unterstützung durch die Bundespolizei an.

Regierungssprecher Steffen Seibert teilte über Twitter mit: "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann".

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) Kontakt aufgenommen haben. Müller sagte am Ort des Geschehens: "Es ist einfach furchtbar, das hier zu sehen." Es sei "sehr bedrückend, ein Schock, weil wir immer gehofft haben, dass wir diese Situation in Berlin nicht haben werden." Die Lage vor Ort sei unter Kontrolle.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Abend: "Ich bin entsetzt und betroffen. Noch wissen wir nichts genaues über die Hintergründe. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer."

Nach Angaben von Justizminister Heiko Maas (SPD) soll der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt übernehmen.

amz/jon/dpa/Reuters/AP/AFP



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