So verdrängt das Netz Gerüchte zu Berlin Hetze? Katze!

Katzen helfen gegen alles - auch gegen Spekulationen zum Anschlag von Berlin. Auf Twitter versuchen User, Gerüchte und Populismus mithilfe von Katzenfotos aus dem Rampenlicht zu drängen.

Wachsame Katze
DPA

Wachsame Katze


Wie genau lief der Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz ab - und wer könnte dafür verantwortlich sein? In den sozialen Netzwerken verbreiten sich Spekulationen über Täter und Tathergang, Rechtspopulisten instrumentalisieren die Tat für ihre Zwecke.

Auf Twitter hat man nun gegen Propaganda und Hetze eine flauschige Allzweckwaffe gefunden: Katzenfotos.

Unter #KatzengegenSpekulationen fluten User den Kurznachrichtendienst mit Stubentigern aller Arten - als Zeichen dafür, dass sie der reflexhaften Maschinerie des Internets nicht die Deutungshoheit überlassen wollen. Viele Menschen sind für vorschnelle Schlüsse sensibilisiert: Beim Amoklauf von München im Juli hatte die Polizei zum Teil widersprüchliche Informationen herausgegeben, so meldeten die Beamten zunächst, dass womöglich drei flüchtige Täter mit "Langwaffen" auf der Flucht seien. Eine Fehlinformation, wie sich später herausstellte, die Menschen in der ganzen Stadt in Angst versetzte - und ein Grund, warum die Polizei Berlin in den vergangenen Tagen immer wieder besonnen darum bat, keine Fotos oder Gerüchte über die Netzwerke zu teilen. Und warum sie sich nun der Kampagne anschloss:

Und da wir aktuell alle etwas Eskapismus brauchen, gehen wir doch einmal in die Materie. Es gibt gelangweilte Katzen...

Cosplay-Katzen...

Fokussierte Katzen...

Ungläubige Katzen...

Einfach nur unfassbar niedliche Katzen...

Scherzkatzen...

Und Katzenhasser.

Die Idee ist nicht neu, aber erprobt: Als die belgische Polizei im November 2015 Anti-Terror-Razzien in der Hauptstadt Brüssel durchführte, twitterten User Katzenfotos unter dem Hashtag #BrusselsLockdown - damit Hinweise zu Vorgehen und Taktik der Polizei für die flüchtigen Terroristen nicht mehr auffindbar sind. Der Tourismusverband Flandern machte daraus sogar ein Werbevideo.

ayy

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