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Bierflaute in Bayern: Brauer beklagen niedrigen Bierkonsum von Migranten

In Bayern wird immer weniger Bier getrunken - und wer ist schuld daran? Einem Zeitungsbericht zufolge hat der bayerische Brauerbund Migranten für die Flaute mitverantwortlich gemacht. Der Verband fühlt sich völlig falsch verstanden.

Biertrinkerinnen auf dem Oktoberfest: Warum nur ist der Absatz so schlecht? Zur Großansicht
dpa

Biertrinkerinnen auf dem Oktoberfest: Warum nur ist der Absatz so schlecht?

Berlin/München - Die bayerische Bierindustrie hat es schwer. Im regnerischen Sommer 2010 saßen die Menschen in München, Augsburg und Nürnberg lieber zu Hause, als bei einer Maß im Biergarten. Das Ergebnis: Noch nie seit der Wiedervereinigung war der Bierabsatz so schlecht.

Dieser Abwärtstrend muss aufgearbeitet werden. Gründe müssen gefunden werden. Es kann ja nicht nur am kühlen Wetter gelegen haben.

Nach einem Bericht der Münchner "Abendzeitung" hat der bayerische Brauerbund eine überraschende Erklärung für den sinkenden Bierkonsum im Freistaat präsentiert. In den Unterlagen zur Jahrespressekonferenz des Brauerbundes am vergangenen Donnerstag ist der Zeitung zufolge von "demografischer Entwicklung" die Rede, von "sinkender Bevölkerung" und vom "steigendem Anteil von Mitbürgern mit Migrationshintergrund, deren Bieraffinität weit hinter der bayerischen zurückbleibt - wenn sie denn überhaupt Alkohol zu sich nehmen".

Migranten, vor allem Muslime, die in Bayern leben und aus Glaubensgründen keinen Alkohol trinken, sollen schuld an der Bierkrise sein?

Vollkommen daneben interpretiert, meint der Verband. Mit Migrationshintergrund seien nicht die vielen Einwanderer aus dem internationalen Ausland gemeint, sondern die aus anderen Bundesländern.

Der Geschäftsführer vom Bayerischen Brauerbund erklärt der "Abendzeitung": Migration sei selbstverständlich als Synonym für "Umziehen" zu verstehen, auch innerhalb Deutschlands. "Das Verhältnis echter Bayern zum Bier ist ein anderes als das von Leuten aus anderen Kulturkreisen."

Andere Kulturkreise. Damit sind im Freistaat also nicht türkische oder arabische Migranten gemeint. Sondern Hamburger, Rheinländer oder Berliner.

anr

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1. *Auf Thema* antworten*
senfwassertrinker 05.02.2011
Zitat von sysopIn Bayern wird immer weniger Bier getrunken -und wer ist Schuld daran? Einem Zeitungsbericht zufolge hat der bayerische Brauerbund Migranten für die Flaute mitverantwortich gemacht. Der Verband fühlt sich*völlig falsch*verstanden. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,743733,00.html
Der Schenkelklopfer zum Wochenende :)
2. ...
Puffel, 05.02.2011
Zitat von sysopIn Bayern wird immer weniger Bier getrunken -und wer ist Schuld daran? Einem Zeitungsbericht zufolge hat der bayerische Brauerbund Migranten für die Flaute mitverantwortich gemacht. Der Verband fühlt sich*völlig falsch*verstanden. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,743733,00.html
Wo ist der Aufreger? Was mögliche Faktoren für niedrigeren Bierkonsum angeht, saubere Analyse der Bierbrauer. Man sollte auch erwarten können, dass wenigstens der Spiegel mit Migration als soziologischem Begriff etwas anfangen kann... Ein Ost-West-Migrant und trotzdem Nicht-Karnevalist.
3. recht habens
sebastian_stgt 05.02.2011
Zitat von sysopIn Bayern wird immer weniger Bier getrunken -und wer ist Schuld daran? Einem Zeitungsbericht zufolge hat der bayerische Brauerbund Migranten für die Flaute mitverantwortich gemacht. Der Verband fühlt sich*völlig falsch*verstanden. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,743733,00.html
vollkommen korrekt ... die von nördlich der mittelgebirge ticken halt wirklich etwas anders ;-)
4. endlich mal ein seriöses Thema
albert schulz 05.02.2011
Natürlich sind es die Mohammedaner, aber auch die Preußen, ein Synonym für die evangelischen Puritaner, die so gar keine echte Lebensfreude entwickeln. Es ist die Pflicht jedes Bürgers sich das Hirn aus dem Kopf zu saufen. Nur dem Bayrischen Bier ist es zu verdanken, daß wir selbstlos einzigartige Leistungen volbringen und entsagungsvoll und allem natürlichen Gebaren entfremdet größte Nöte überstehen. Eine Sache wundert mich allerdings. Die Brauer haben vergessen, den mangelnden Kirchgang anzuprangern. Früher gingen die Frauen in die Kirche, die Männer in die Kneipe. Diese hochkulturellen Manieren werden heute vermißt. Nicht zu vergessen das Rauchverbot an Aschermittwoch. Wer erinnert sich nicht sentimental an die gemütlichen Rauchschwaden bei den Kudngebungen der Bier- und Bodenpartei ?
5. Tja, ...
ThomasGB, 05.02.2011
Ich würde die Ursache wohl eher bei den unsäglich hohen Preisen und dem Bayrischen Rauchverbot suchen.
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