Monsterwellen in Portugal Das Ungetüm von Nazaré

Als Orkan "Christian" über Europa zog, wagte sich eine Gruppe Big-Wave-Surfer in die Fluten an der portugiesischen Westküste. Die Brasilianerin Maya Gabeira hätte dabei fast ihr Leben verloren. Carlos Burle rettete sie - und bezwang wenig später eine rekordverdächtige Welle.


Hamburg - Das kleine Städtchen Nazaré an der Westküste Portugals ist ein besonderer Ort für die Surferszene. Wenn die Bedingungen günstig sind, türmen sich hier gewaltige Wellenberge auf, doppelt so hoch wie Häuser, die ultimative Herausforderung für die sogenannten Big-Wave-Surfer.

In Nazaré bezwang der US-Amerikaner Garrett McNamara im vergangenen Jahr ein Ungetüm, das angeblich 30 Meter hoch war. Um solche Wellen reiten zu können, lassen sich Big-Wave-Surfer in den Wasserbergen von Kollegen auf einem Jetski in Position ziehen.

Am stürmischen Montag zeigte sich der Atlantik in Nazaré wieder von seiner wilden Seite. Eine Gruppe Wellenreiter wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen und wagte sich bei extremen Bedingungen aufs Meer. Unter ihnen die Brasilianerin Maya Gabeira - eine der wenigen Frauen, die die ganz großen Wellen in Angriff nehmen. Diesmal hätte es die 26-Jährige beinahe nicht überlebt.

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Big-Wave-Surfen: Monsterwellen in Nazaré
Ihr Landsmann und Mentor Carlos Burle hatte Gabeira mit dem Jetski in Position gezogen. Gabeira konnte sich nicht halten und wurde unter Wasser gedrückt. "Sie war etwa fünf Minuten verschwunden, ich konnte sie nirgendwo sehen, ich hatte solche Angst", sagte Burle dem Surfermagazin "Stab".

Als er Gabeira schließlich im aufgeschäumten Wasser entdeckte, war sie schon zu schwach, um sich an der Leine hinter dem Jetski festzuhalten. Sie ging erneut unter. Burle sprang schließlich ab und schwamm mit ihr durch die Brandung an Land, wo sie wiederbelebt wurde.

Gabeira meldete sich wenig später via Twitter und Facebook aus dem Krankenhaus zu Wort. "Ein gebrochender Knöchel, mehr nicht", schrieb sie und bat um Gebete für eine schnelle Genesung. Dazu ein Daumen-hoch-Foto.

Das Surfen von Monsterwellen verleiht den wagemutigsten Wellenreitern nicht nur ein unbeschreibliches Gefühl, sondern auch Ruhm und Anerkennung in der Szene. Die Sponsoren wiederum freuen sich über spektakuläre Bilder, die den Kult um die Hasardeure weiter befeuern. So zieht es die Surfer trotz aller Gefahren immer wieder hinaus aufs Wasser.

Nachdem Carlos Burle sich am Strand um Gabeira gekümmert hatte, ging er selbst surfen. Eine einzige Welle erwischte er noch. Beobachter schätzen sie auf mindestens 30 Meter. Es könnte eine neuer Weltrekord sein.

hut

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