Biographie Eduard Zimmermann gesteht kriminelle Vergangenheit

In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" blies Eduard Zimmermann jahrelang zur Jagd auf Ganoven jeder Couleur. Jetzt bekannte er in seiner Biographie: "Ich war selbst ein Gauner." Über vier Jahre seines Lebens soll "Ede" gar im Gefängnis verbracht haben.


Eduard Zimmermann: Bewegte Vergangenheit als Dieb, Spion und Schwarzmarkthändler
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Eduard Zimmermann: Bewegte Vergangenheit als Dieb, Spion und Schwarzmarkthändler

Hamburg - "In den ersten Nachkriegsjahren bestritt ich mein Leben als professioneller Dieb und Schwarzmarkthändler", sagte der 76-Jährige der "Bild"-Zeitung. Gewinnbringend habe er mit Zigaretten gehandelt, bis die Polizei ihn erwischt und nach "Santa Fu", in die Hamburger Strafanstalt Fuhlsbüttel, gebracht habe. Als gar nichts mehr ging, habe er Brotmarken gestohlen und sie weiterverkauft, erzählt Zimmermann in seiner Lebensbeichte "Aktenzeichen: Eduard Zimmermann".

Um sich im nahen Schweden eine neue Existenz aufzubauen, fälschte Zimmermann sowohl Diplom als auch Ausweis. Als "Hermann Peters aus Danzig" habe er dann als Straßenbauingenieur in Schweden gearbeitet. "Das Bauamt war mit mir zufrieden", so Zimmermann im Rückblick.

Im Auftrag der Zeitung "Dagens Nyheter" wurde Zimmermann 1949 für eine Reportage nach Ost-Deutschland geschickt. Dort wurde er wegen Spionage verhaftet und zu 25 Jahren Straflager in Bautzen verurteilt. "Am 17. Januar 1954 kam "Ede" anlässlich der Viermächtekonferenz vorzeitig frei. "Dieser Tag wurde mein zweiter Geburtstag", so der spätere Chefermittler der Nation.

Seine kriminelle Zeit bereut Zimmermann indes nicht. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Sie hat mich hart gemacht. Ich bin sozusagen der Beweis dafür, dass man von der schiefen Bahn wieder runterkommt, wenn man es will."



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