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Bischofskonferenz: Kardinal Kasper schlägt neues Amt für Frauen vor

Kardinal Walter Kasper (2011): "Jede deutsche Pfarrei würde zusammenbrechen" Zur Großansicht
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Kardinal Walter Kasper (2011): "Jede deutsche Pfarrei würde zusammenbrechen"

Die deutschen Bischöfe diskutieren auf ihrer Frühjahrskonferenz darüber, wie sie Frauen in der katholischen Kirche stärker einbinden können. Kardinal Walter Kasper plädiert für ein neues diakonisches Amt, weibliche Priester lehnt er hingegen ab.

Trier - Auf der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat Kardinal Walter Kasper ein neues diakonales Amt für Frauen vorgeschlagen. Er sprach von einer Gemeindediakonin, die pastorale, karitative, katechetische und bestimmte liturgische Dienste wahrnehme. Ein solches Amt unterscheide sich vom Amt des männlichen Diakons, so Kasper. Die Gemeindediakonin werde per Segen beauftragt, nicht durch ein Weihe-Sakrament.

"Ich denke, wenn es ein solches Amt ist, das nicht einfach am klassischen Diakonamt ansetzt, hätte man viel mehr Beweglichkeit", sagte der emeritierte Kurienkardinal am Mittwoch in Trier. Anlass war ein Studientag, bei dem die Bischöfe darüber diskutierten, wie sie Frauen in der katholischen Kirche stärker einbinden können.

Sie verpflichteten sich, "den Anteil von Frauen bei den Leitungspositionen, die die Weihe nicht voraussetzen, deutlich zu erhöhen", sagte Bischof Franz-Josef Bode. Derzeit machten Frauen in der katholischen Kirche auf der oberen Leitungsebene 13 Prozent aus. Auf der mittleren Ebene seien dies 19 Prozent. Die Zahlen zeigten: "Frauen sind noch deutlich unterrepräsentiert." Nach fünf Jahren wollten die Bischöfe prüfen, wie ihrer Absichtserklärung umgesetzt worden sei, so Bode.

Frauen im Priesteramt erteilte Kasper eine Absage. "Ich denke, dass daran auch nichts zu ändern ist, dass Frauen nicht zum Priestertum geweiht werden können." Das sei "die ungebrochene Tradition der Ostkirche wie der Westkirche". Frauen seien aber in allen anderen Teilen der Kirche ehren- und hauptamtlich tätig. "Jede deutsche Pfarrei würde zusammenbrechen, wenn die Frauen nicht so mitarbeiten würden."

Die Bewegung Wir sind Kirche forderte am Rande der Frühjahrsvollversammlung erneut das Priesteramt für Frauen. "Die entscheidenden Positionen in der Kirche gibt es nur über das Amt", sagte Referentin Annegret Laakmann. "Wir wollen Priesterinnen, Bischöfinnen und Päpstinnen werden." Nach Ansicht der Bewegung brauche über mehr Positionen für Frauen im Verwaltungsapparat der Kirche gar nicht gesprochen werden. "Das ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen mit entsprechender Qualifikation diese Positionen bekommen", sagte Laakmann. Die Gespräche seien "eine Beruhigungspille".

wit/dpa

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