Kardinal Marx über Flüchtlingskrise "Eine riesige politische Aufgabe"

Die Bischofskonferenz in Fulda hat begonnen - und widmet sich gleich zu Anfang der Flüchtlingsfrage. Kardinal Reinhard Marx betonte, dass große Anstrengungen auf Deutschland zukämen.

Kardinal Reinhard Marx bei Bischofskonferenz: "Europa steht am Scheideweg"
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Kardinal Reinhard Marx bei Bischofskonferenz: "Europa steht am Scheideweg"


Die katholische Kirche sieht im Umgang mit Flüchtlingen eine der größten Herausforderungen seit Jahrzehnten. "Das ist eine riesige politische Aufgabe, vielleicht die größte in diesem Jahrhundert", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, zum Auftakt der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda.

Auf das Land kämen große Anstrengungen zu: "Das könnte die Herausforderung Deutsche Einheit noch mal übertreffen - langfristig, was da auf uns zukommt." Der Bevölkerung müsse deutlich gemacht werden, dass es um mehr als Krisenbewältigung gehe. "Europa steht am Scheideweg, für den inneren Zusammenhalt", sagte Marx.

Die Flüchtlingsfrage bildet den ersten Schwerpunkt der viertägigen Zusammenkunft. Marx forderte in seiner Eröffnungserklärung, dass nun politische Führung gefordert sei. "Das muss nachhaltig sein." Was in diesen Tagen und Wochen entschieden werde, habe "Auswirkungen auf Europa, die Welt und unser Miteinander".

Priorität müsse haben, dass jeder, der sich europäischen Grenzen nähere, nicht Angst um Leib und Leben haben dürfe. Die Flüchtlinge dürften nicht ertrinken, ersticken oder sonstwie in Gefahr geraten. Danach gelte: "Wer europäischen Boden betritt, muss Anspruch haben auf ein faires Verfahren und muss menschenwürdig behandelt werden." Die Kirche könne das Problem nicht alleine lösen. Aber die Kirche wolle Fragen aufwerfen und sich in den politischen Lösungsprozess einbringen.

Am Dienstag will Kardinal Marx einen Überblick darüber geben, in welchem Rahmen sich die katholische Kirche für Flüchtlinge engagiert. Zuvor wollen die Bischöfe mit Experten aus der Flüchtlingsarbeit, kommunalen Vertretern und ehrenamtlichen Helfern über die Bewältigung der Krise sprechen.

kis/AFP/dpa



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