Bistum Aachen 24 Priester des Kindesmissbrauchs verdächtig

In den vergangenen 65 Jahren sollen im Bistum Aachen insgesamt 24 katholische Priester Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben. Acht der Männer leben noch, zwei Verfahren sind noch anhängig.


Aachen - Die Zahl der Priester, die sich im Bistum Aachen schuldig gemacht haben könnten, ist somit wesentlich höher als zunächst angenommen - zunächst war man von acht Fällen ausgegangen.

Am Sonntag soll während der Gottesdienste in den Gemeinden des Bistums ein Brief von Bischof Heinrich Mussinghoff verlesen werden, in dem er die Opfer und deren Familien um Entschuldigung für das Leid bittet, das ihnen angetan wurde.

Sieben der 24 Priester wurden einer Erklärung des Bistums zufolge wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger strafrechtlich verurteilt; bei einem ist der Ausgang des Verfahrens noch offen. Ein Missbrauchsfall wurde strafrechtlich nicht verfolgt, da keine Anzeige erstattet wurde.

Bei den übrigen 15 war die Missbrauchsbeschuldigung strafrechtlich verjährt.

Drei Fälle sollen sich in den vergangenen zwanzig Jahren ereignet haben. Diese Priester wurden nach kirchlichem Recht von ihren Ämtern enthoben. In einem Fall führte dieses Verfahren zur Entlassung aus dem Klerikerstand. Die beiden anderen Verfahren seien zurzeit noch anhängig, erklärte das Bistum.

pad/AFP

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