Bodybuilding Arnies Erben

Schön oder krank? In der Bodybuilder-Szene dreht sich alles um den perfekten Körper. Beim "WFF Asia Seoul Open Championship" in Südkorea traten Männer und Frauen an.

AFP

Wann wird das Streben nach körperlicher Perfektion zuviel? Bodybuilding erlebte in den Achtzigerjahren nach Arnold Schwarzeneggers Fitness-Film "Pumping Iron" einen weltweiten Aufschwung: Damals entstand ein sportliches Bewusstsein, das nicht die Gesundheit, sondern die Ästhetik des Körpers in den Mittelpunkt des Trainings stellte.

Eine Auffassung, die immer wieder kritisiert wurde: Die neue Muskelmode brachte auch eine neue Krankheit hervor - die Muskelsucht. In den Neunzigern stießen Harvard-Psychologen immer häufiger auf Bodybuilder, die trotz riesengroßer Muskeln immer noch unzufrieden mit ihrem Körper waren. Wie besessen verwendeten sie ihre gesamte Zeit darauf, sich noch mehr Muskelberge anzutrainieren, oftmals mit Anabolika-Unterstützung.

"Man muss wohl davon ausgehen, dass ein Großteil der 'richtigen' Hardcore-Bodybuilder anabole Steroide nimmt", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin Klaus-Michael Braumann 2013 im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Sogar Sylvester Stallone und Schwarzenegger haben ihren Konsum öffentlich zugegeben.

Der Bodybuilding-Hype ist heute abgeflaut, doch die Szene weiterhin aktiv. Bei den "WFF Asia Seoul Open Championship" haben sich am Sonntag Männer und Frauen gemessen: glänzende Oberkörper, hautenge Badehosen, darunter sehnige Oberschenkel ohne ein Gramm Fett zeigen die Bilder und Aufnahmen von der Veranstaltung - aber auch den Backstagebereich hinter dem schönen Körperschein: Gertenschlanke Frauen warten im Schneidersitz auf ihre Wettbewerbskategorie, Männer lockern sich zwischen Sporttaschen. Atmosphärisch sind diese Fotos angesiedelt zwischen Einkaufszentrum und Umkleidekabine.

Gar nicht mal so schön sind die Fotos. Aber interessanter.

eth



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