Viersen - Eine Bombensprengung im Zentrum von Viersen hat so großen Schaden angerichtet, dass Teile einer Ladenpassage abgerissen werden müssen. Zwei Geschäfte seien betroffen, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Wegen der Bombe war eine 500-Meter-Zone rund um den Fundort am Montagabend evakuiert worden, fast 10.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
Die Bombe mit 125 Kilogramm hatte einen tückischen Säurezünder und konnte weder entschärft noch abtransportiert werden. Deshalb wurde sie gesprengt. Obwohl die Bombe vor der Sprengung mit 30 Kubikmetern Erde bedeckt worden war, ließen sich laut Sprengmeister Dieter Daenecke Schäden nicht vermeiden. Bauarbeiter hätten die Bombe relativ stark bewegt. Der Sprengkörper sei in eine Grube gerutscht, als die Arbeiter auf den Blindgänger stießen. "Daher mussten wir davon ausgehen, dass der Langzeitzünder in Gang gesetzt wurde."
Die Druckwelle ließ Fensterscheiben bersten, räumte Dachziegel ab und zog Häuserfassaden in Mitleidenschaft. Die Fassaden der umliegenden Häuser war voller Dreck bis hoch aufs Dach, die Straßen ebenfalls mit Erde bedeckt. Am stärksten beschädigte die Explosion ein Geschäft für Kindermoden.
Fast alle Bewohner konnten noch in der Nacht in ihre Häuser zurück. Entgegen ersten Einschätzungen blieben die Wohnungen in der Umgebung sämtlich bewohnbar, wie Statiker bei einer ersten Besichtigung feststellten.
hut/dpa
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