Boris Becker Mal Break, mal bankrott

Boris Becker war als jüngster Wimbledon-Champion früh ganz oben. Nach der Karriere litt sein Ruf, doch dann ging es wieder steil aufwärts. Nun folgt der nächste Rückschlag. Die Entwicklung in Bildern.


Am Mittwochabend wurde Boris Becker dann beinahe philosophisch. Knappe zehn Stunden nachdem ein Londoner Insolvenzgericht ihn für Bankrott erklärt hatte, schrieb der 49-Jährige auf Twitter: Vor Gericht und auf hoher See sei man in Gottes Hand. Aber, so Becker, das Leben gehe weiter.

Wegen einer seit 2015 ausstehenden Zahlung an die Privatbank Arbuthnot Latham & Co. hatte das Gericht Becker für zahlungsunfähig erklärt. Der Anwalt des früheren Tennisstars hatte vergeblich um einen Aufschub gebeten; innerhalb eines Monats könne sein Mandant die Summe zurückzahlen, indem er eine Immobilie auf Mallorca neu beleihe. Das hätte er sich früher überlegen müssen, antwortete die Richterin. Es geriet auch die unschmeichelhafte Beschreibung seines Anwalts in die Öffentlichkeit, Becker sei in finanziellen Angelegenheiten nicht gerade "sophisticated".

"Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte", teilte am Abend der deutsche Anwalt Christian Schertz mit. Becker habe die Mittel, die Schuld zu begleichen. Er sei nicht pleite und wolle die gerichtliche Verfügung umgehend aufheben lassen.

Auf Twitter bedankte sich Becker bei seinen Fans. "Ich bin seit 32 Jahren in diesem Spiel und habe vor, es noch länger zu bleiben."

32 Jahre sind vergangen, seit sich der damals 17-jährige Leimener als jüngster Wimbledon-Sieger in die Weltöffentlichkeit katapultierte. Er stieg auf zur Nummer eins der Tennis-Weltrangliste, er stieg ab zum Steuersünder und erfolglosen Unternehmer, er stieg wieder auf zum Trainer von Novak Djokovic und zum respektierten Kommentator im Sportfernsehen. Darauf, so Becker, wolle er sich nun konzentrieren. Wimbledon steht wieder an, er wird das wichtigste Tennisturnier der Welt für die BBC begleiten.

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Boris Becker: Up and down, up and down

hut/wit

insgesamt 39 Beiträge
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moritz27 22.06.2017
1. Wie lautet
die berühmte Antwort eines Steuerberaters an seinen neureichen Mandanten auf dessen Frage, wie er sein Vermögen durch eigene Fehler nicht mehr verlieren kann: "Keine dritte Immobilie, keine zweite Frau und keine einzige Yacht." Welchen Fehler mag Herr Becker wohl begangen haben?
lampropeltis 22.06.2017
2.
Bestehende Schulden mit neuen Schulden begleichen? Genial! Das da noch keiner drauf gekommen ist. Damit könnte man unter Umständen ganze Länder vor der Pleite retten...
volkerriegel@aol.com 22.06.2017
3. Falsche Berater?
Es ist schon erstaunlich, dass erfolgreiche Menschen bspw aus dem Sport so wenig Menschenkenntnis haben, dass sie sich von scheinbar hochprofessionellen Beratern über den Tisch ziehen lassen. Allen voran sind das oft auch Banken, nicht zuletzt die großen privaten. Dabei kann man mit einem Vermögen wie Becker es hatte ganz solide Wachstum erzielen. Ohne Not das ganz große Geschäft machen zu wollen - entweder zu naiv, oder aber zu gierig - ist da gar nicht nötig. Hallo Herr Becker: falls Sie mal professionellen Rat benötigen...
windläufer 22.06.2017
4. Harald Juhnke sang mal:
"Barfuss oder Lackschuh." Mehr gibt es dazu nicht zu sagen^^
cave68 22.06.2017
5.
"doch dann ging es wieder steil aufwärts"...welche Frohrederei! So scheint sich doch gerade während der letzten Jahre als Djokovic-Coach und mit Sicherheit hohen Einkünften die finanzielle Situation dramatisch verschlechtert haben. Man muss kein Hellseher sein,dass der Plan sich künftig auf den Job des Co-Kommentators zu konzentrieren im Endeffekt auch wieder in einer weiteren finanziellen Demontage endet . Erfahrungsgemäss werden solche Leute erst wach und ändern von selbst etwas,wenn sie ganz tief unten sind....ich befürchte bei einem Herr Becker wird dies wohl nie mehr passieren....
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