Bornheim bei Bonn Schwimmbad-Verbot für männliche Flüchtlinge

Im nordrhein-westfälischen Bornheim haben Flüchtlinge im Schwimmbad angeblich mehrfach Frauen belästigt. Die Stadt reagiert mit einem pauschalen Verbot.

Städtisches Schwimmbad in Bornheim: Pauschales Verbot für männliche Flüchtlinge
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Städtisches Schwimmbad in Bornheim: Pauschales Verbot für männliche Flüchtlinge


In Bornheim bei Bonn dürfen männliche Flüchtlinge nicht mehr das städtische Hallenbad besuchen. Die Stadt habe ihnen den Zutritt verboten, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft beschwert hätten, sagte Sozialdezernent Markus Schnapka.

Zugleich räumte er ein, es habe sich nicht um Straftaten gehandelt. Das Verbot sei bei den Bewohnern der Unterkunft auf Verständnis gestoßen. "Sobald wir von den Sozialdiensten die Mitteilung bekommen, dass die Botschaft angekommen ist, beenden wir diese Maßnahme wieder", sagte Schnapka.

Absage in Rheinberg

In Rheinberg am Niederrhein war zuvor der Karnevalsumzug abgesagt worden. Ein Vertreter der Stadt sagte, ein Grund für die Entscheidung sei gewesen, dass die Strecke für den Zug in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft liege. Polizei und Stadt hielten ein Sicherheitskonzept für erforderlich, das der Karnevalsverein im Ortsteil Orsoy so rasch nicht habe vorlegen können.

Die Menschen in der Flüchtlingsunterkunft würden keinen Karneval kennen und sich möglicherweise falsch verhalten, sagte der Stadtvertreter. 4500 Deutsche träfen auf 500 Ausländer. "Das ist bisher auch nicht dagewesen." Die Übergriffe in Köln spielten bei den Sicherheitsüberlegungen ebenfalls eine Rolle.

In Köln hatten in der Silvesternacht offenbar vor allem junge Migranten massenhaft Frauen belästigt und bestohlen. Der Stadtvertreter in Rheinberg sagte, man könne nicht ausschließen, dass sich so etwas wiederhole.

sms/dpa

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