Obama über verheerende Waldbrände "Bitte tut, was ihr könnt"

Mehr als 30 Menschen sind tot, Tausende haben wohl ihre Existenz verloren: In Kalifornien wüten heftige Waldbrände, nun äußert sich Ex-Präsident Barack Obama - und kontert umstrittene Aussagen seines Amtsnachfolgers.

Ashlee Rezin / Chicago Sun-Times / AP

Kalifornien ist derzeit Schauplatz einer Katastrophe historischen Ausmaßes: Gewaltige Flächenbrände haben Tausende Gebäude zerstört, mehr als 30 Menschen sind in den Flammen ums Leben gekommen.

Noch während etwa 8000 Hilfskräfte die Feuer bekämpfen, ist eine Debatte über mögliche Ursachen ausgebrochen. US-Präsident Donald Trump hatte sich früh festgelegt, wer schuld sei an den verheerenden Bränden: die Behörden im von den US-Demokraten regierten Kalifornien. Dort seien beim Forstmanagement schwere Fehler gemacht worden.

Der Republikaner war für diese Äußerungen scharf kritisiert worden; nun hat sich auch Trumps direkter Amtsvorgänger geäußert. Er und seine Frau Michelle seien todunglücklich, schrieb Barack Obama auf Twitter: Ihr Mitgefühl gelte allen Betroffenen, die viel verloren hätten.

Sie seien dankbar "für den Todesmut der Feuerwehrleute, die rund um die Uhr ihre Leben riskieren, um andere zu retten", schrieb Obama weiter. "Bitte tut, was ihr könnt, um unseren amerikanischen Mitbürgern zu helfen."

Auch andere Prominente riefen zu Solidarität mit Betroffenen auf und bedankten sich bei den Einsatzkräften. "Ihr seid wahre Helden", schrieb etwa Lady Gaga auf Twitter. Kim Kardashian rief über den Kurznachrichtendienst zu Spenden für die Feuerwehr auf.

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Waldbrände: Die Feuerkatastrophe von Kalifornien

Viele Prominente besitzen an der Küste Kaliforniens und im angrenzenden Hügelland Häuser und Villen. Stars wie der Oscarpreisträger Guillermo del Toro sowie die TV-Persönlichkeiten Caitlyn Jenner und Kim Kardashian waren von den Räumungen betroffen. Zu den zerstörten Anwesen gehört auch das von TV-Moderator Thomas Gottschalk.

Im Video: Das Inferno von Kalifornien

REUTERS

Noch immer bekämpfen Tausende Einsatzkräfte gleich zwei große Brände in Kalifornien. Das "Camp Fire" wütet im Norden des US-Bundesstaats, das "Woolsey Fire" in der Gegend um Malibu. Mehr als 30 Menschen sind bislang wegen der Flammen ums Leben gekommen.

Weitere Opfer werden befürchtet, denn Trockenheit, Wärme und heftige Winde verschärfen die Lage. Insgesamt können in Kalifornien derzeit etwa 250.000 Menschen nicht in ihre Wohnungen - sofern diese überhaupt noch bewohnbar sind.

mxw



insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
123rumpel123 12.11.2018
1. Ursachen bekämpfen
Bei allem Mitgefühl steht natürlich an oberster Stelle die Ursachensuche und -Bewältigung, damit sich derartige Katastrophen nicht so wiederholen können.
Beat Adler 12.11.2018
2. Schuld? Natur? Mensch?
Schuld? Natur? Mensch? Wir Menschen verstaerken laufend mit unserem ZUSAETZLICHEN CO2 Ausstoss den Treibhauseffekt und steigern damit die Globaltemperatur. Besonders ausgepraegt ist das in der Arktis, dem Airconditioner der Nordhalbkugel. Die Sommer-Meereis-Bedeckung im Nordpolarmeer ist soweit geschrumpft, unumkehrbar geschrumpft, dass sich deswegen die Grosswetterlage, wegen dem Einfluss auf den Jetstream, ueberall auf der Nordhalbkugel aendert. Auch California entgeht dem nicht. Aus diesem Grund nehmen die Extremwetterlagen, Wetter NICHT Klima(!), statistisch signifikant zu. Leider kommt der Minderung der Eisbedeckung des Nordpolarmeeres einem ueberschrittenen Schwellenwert, Kippunkt, "tipping point" gleich. Ein Schalter, der sich nur einmal in einer Richtung umlegen laesst und nicht wieder zurueckstellbar ist. mfG Beat
Palmstroem 12.11.2018
3. Sicherheit vor Schönheit
Waldbrände sind im kaifornischen Küstenstreifen völlig normal, auch wenn in diesem Jahr die Feuer besonders heftig ausfallen. Das Gelände ist bergig und trocken und die Feuer werden vom Sankt Ana Wind (einem Föhnwind) angefacht. Gerade weil man das weiß, ist es unverständlich, dass an den gefährdeten Hängen überall Bebauung steht und die auch noch unzureichend gegen die Brandgefahr gesichert ist. Hier liegt das Problem und wenn Barak Obama nun die Feuerwehrmänner zum gefährlichen Einsatz auffordert, dann sollte er erst einmal seine politischen Freunde in Kalifornien auffordern, das Baurecht zu verschärfen, Dann müssen die Feuerwehrmänner auch nicht ihr Leben und ihre Gesundheit opfern.
bstendig 12.11.2018
4. Tragisch.
Für jeden einzelnen. Aber irgendwie hausgemacht. Das Ganze kann man mit der Überschrift "Don't mess around with nature!" überschreiben. Jetzt rächt sich der jahrelange Raubbau und die jahrelange Ignoranz der Klimaschädlichkeit einiger "Errungenschaften" - auch im "Muster-Ökostaat "Kalifornien. Vielleicht haben wir doch ein wenig Klimawandel Mr. President. Vielleicht sollten wir doch nicht aus dem Klimaabkommen aussteigen.
anboes 12.11.2018
5. Verstehen Sie das Mitfühlen Obamas
Zitat von 123rumpel123Bei allem Mitgefühl steht natürlich an oberster Stelle die Ursachensuche und -Bewältigung, damit sich derartige Katastrophen nicht so wiederholen können.
als Verneinung zur Ursachenforschung und Sicherheitsvorsorge? Z, Z. stehen an alleroberster Stelle die Hilfen für die Menschen und Bekämpfung dieser Naturkatastrophe! Statt eines würdelosen Trump-Parteienkampfes.
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