Brand an ICE-Strecke "Die Einsatzkräfte hatten eine Feuerwand vor sich"

Durch die Dürre breitete sich der Brand in Siegburg rasend schnell aus, zahlreiche Menschen wurden verletzt, 550 Helfer waren im Einsatz. Nach einer Sperrung fahren inzwischen wieder Fernzüge zwischen Köln und Frankfurt.

DPA

Ein Böschungsbrand hat in Siegburg rasend schnell auf mehrere Häuser übergegriffen und die Bewohner überrascht. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, acht Häuser sind teils massiv beschädigt, die ICE-Strecke von Köln nach Frankfurt musste gesperrt werden. Seit dem frühen Mittwochmorgen ist die für Fernreisende und Pendler wichtige Strecke zumindest für den Fernverkehr wieder freigegeben. Noch ist unklar, wann sie auch für den Regionalverkehr wieder befahrbar ist, sagte eine Bahnsprecherin.

Erst nach mehreren Stunden hatten die rund 550 Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Auch ein Wasserwerfer der Bundespolizei und ein Hubschrauber wurden angefordert. "Die ersten Einsatzkräfte hatten quasi eine Feuerwand vor sich", sagte ein Feuerwehrsprecher. Durch die Trockenheit und die Hitze der vergangenen Wochen hätten die Flammen sich auf der Böschung sehr schnell ausbreiten können. Aus den Häusern schlugen Flammen und dichter Rauch.

Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden. 15 Bewohner konnten ihre Häuser nicht mehr betreten. 13 von ihnen wurden in Ersatzquartieren der Stadt untergebracht, zwei kamen bei Familienmitgliedern unter.

Bei dem Brand waren 32 Menschen verletzt worden, wie ein Sprecher der Leitstelle Rhein-Sieg-Kreis am frühen Mittwochmorgen sagte. Demnach wurde eine Person durch die Flammen schwer verletzt. Die übrigen Betroffenen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen oder litten an Kreislaufproblemen. Zuvor war von etwa 28 Verletzten die Rede gewesen.

Video: Zahlreiche Verletzte bei Brand an Bahnstrecke

Die Stadt Siegburg in Nordrhein-Westfalen teilte schon bald nach Ausbruch des Brandes mit, vermutlich habe ein vorbeifahrender Zug Funken geschlagen und so die Flammen entfacht. Später relativierte die Stadt diese Aussage und betonte, es seien auch andere Brandursachen möglich.

Die Bahn warnte vor voreiligen Schlüssen. Man könne zunächst "keine abschließende Aussage" zu der Ursache für den Böschungsbrand machen, sagte ein Unternehmenssprecher.

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Siegburg: Flammen-Inferno an ICE-Strecke

Experten müssten die Brandstelle jetzt untersuchen und feststellen, inwieweit die Schienen und die Technik beschädigt worden seien, hieß es von der Bahn. ICEs zwischen Köln und Frankfurt wurden zeitweise am Rhein entlang umgeleitet. Neben den Fernzügen waren auch zahlreiche Regionalzüge und S-Bahnen betroffen.

Züge der RE9 aus Richtung Siegen fuhren nur bis Siegburg. Züge aus Köln fuhren nur bis Troisdorf. Auf dem Stück dazwischen waren Ersatzbusse eingesetzt. Die Bahn bat alle Reisenden, sich vor der Fahrt zu informieren, ob ihr Zug fährt.

tin/dpa



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