Verdacht auf Brandstiftung Feuer zerstört große Teile von Weltnaturerbe in Brasilien

Die Behörden gehen von Brandstiftung aus: Ein zum Weltnaturerbe erklärter Savannen-Park in Brasilien brennt seit 18 Tagen - und ist bereits zu mehr als einem Viertel zerstört.

Feuer im Park Chapada dos Veadeiros in Brasilien (am 23. Oktober)
AFP/ IMCBio/ Fernando Tatagiba

Feuer im Park Chapada dos Veadeiros in Brasilien (am 23. Oktober)


In Brasilien sind mittlerweile mehr als 65.000 Hektar eines Naturschutzparks durch Brände zerstört worden. Der 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Brasília gelegene Park Chapada dos Veadeiros im Bundesstaat Goiás brennt bereits seit dem 10. Oktober. Mehr als 400 Feuerwehrleute waren bislang an den Löscharbeiten beteiligt. Die Savannenlandschaft des Parks war 2001 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher Brandstiftung, berichtet die Nachrichtenagentur Agência Brasil. Zeugen sagten aus, sie hätten in der Brandregion Motorradfahrer mit Benzinkanistern gesehen. Parkdirektor Fernando Tatagiba äußerte den Verdacht, die Brände seien von Landgutbesitzern als Protest gegen die Erweiterung des Schutzgebiets gelegt worden.

Der Naturpark war im Juni von Präsident Michel Temer von 65.000 auf 240.000 Hektar ausgedehnt worden - das entspricht in etwas der Fläche des Saarlands. Gegründet worden war der Park 1961 im Hinterland der damals ebenfalls neu eingeweihten Hauptstadt Brasília. Damals umfasste der Park eine Fläche von 625.000 Hektar. Das Gebiet wurde später jedoch stark verkleinert, damit Flächen für die Landwirtschaft genutzt werden konnten.

Stärker als die Pflanzenwelt seien die Tiere im Park durch das Feuer bedroht, sagte Paulo Carneiro vom Chico-Mendes-Institut zum Schutz der Artenvielfalt dem Nachrichtenportal G1. Die erwachsenen Tiere hätten zu einem Großteil vor den Flammen fliehen können. Aber Jungtiere und Vögel, die noch nicht das Nest verlassen hätten, seien dem Feuer häufig zum Opfer gefallen. Das habe auch negative Auswirkungen auf die nächste Generation der Tiere im Park.

fdi/dpa



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