Giftschlamm-Katastrophe in Brasilien Minenbetreiber zahlt Milliarden-Entschädigung

Das Schlammdesaster im Rio Doce gilt als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen Brasiliens. Nun zahlen die Verantwortlichen Schadensersatz - laut Präsidentin Rousseff ein "historisches Abkommen".

Unglücksstelle bei Minas Gerais (November 2015)
DPA

Unglücksstelle bei Minas Gerais (November 2015)


Nach einer der schlimmsten Umweltkatastrophe in Brasiliens Geschichte zahlt das für den Dammbruch in einem Eisenerzbergwerk verantwortliche Unternehmen rund 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz. Präsidentin Dilma Rousseff sprach von einem "historischen Abkommen" mit der Minenfirma Samarco. "Wir wollen ein neues Leben auf den Ruinen aufbauen", sagte sie.

Mit der Summe von 20 Milliarden Real sollen über einen Zeitraum von rund zehn Jahren die sozialen, ökonomischen und ökologischen Schäden behoben und abgegolten werden. Die brasilianische Regierung, Samarco und die Regierungen der betroffenen Staaten Minas Gerais und Espírito Santo unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen für einen Hilfsfonds, mit dem auch die Opferfamilien entschädigt werden sollen.

Durch den Dammbruch bei der Stadt Mariana am 5. November in Minas Gerais starben mehr als 15 Menschen. Über Hunderte Kilometer wurde der Rio Doce ("Süßer Fluss") kontaminiert, Schlammmassen flossen bis in den Atlantik hinein. Rousseff sagte nach der Katastrophe: "Das unverantwortliche Handeln eines Unternehmens hat die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens verursacht."

Als Ursache für den Dammbruch im Rückhaltebecken des Bergwerks wird ein leichtes Erdbeben vermutet, die Betreiber mussten sich völlig unzureichende Sicherheitsmaßnahmen vorwerfen lassen. Samarco gehört dem brasilianischen Unternehmen Vale und dem australisch-britischen Konzern BHP.

aar/dpa/AFP



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