Bremen - Am frühen Sonntagmorgen hatte die 52-jährige Ehefrau des Tatverdächtigen die Polizei angerufen und um Hilfe gebeten, weil ihr offenbar psychisch kranker Mann Probleme bereitete. Da die Beamten aber keine "akute Bedrohungslage" erkannten, hätten sie zunächst nichts unternommen, berichtete der "Weser Kurier" am Montag. Erst als gegen 8 Uhr die Frau des Opfers anrief und erklärte, ihr Mann werde von ihrem Schwager gewaltsam festgehalten, machte sich die Polizei auf zum Tatort im Bremer Stadtteil Huchting.
Bis in den Vormittag hinein versuchten die Beamten, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln - ohne Ergebnis. Als Gas in dem Gebäude austrat, stürmte die Polizei den Keller und fand dort die Leiche des 70-jährigen Mannes. Der mutmaßliche Täter konnte überwältigt werden.
Er wurde am Montag in die geschlossene Psychiatrie gebracht. Das Amtsgericht habe den entsprechenden Unterbringungshaftbefehl erlassen, sagte eine Sprecherin der Polizei. Der 63-jährige leide akut unter einer Psychose, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade, am Montag. "Wir gehen von verminderter Schuldfähigkeit aus", fügte er hinzu.
Derzeit werden Zeugen vernommen. Eine Obduktion soll klären, woran das Opfer starb. Mit einem Ergebnis ist nach Polizeiangaben frühestens am Nachmittag zu rechnen. Auch zum möglichen Motiv konnte die Sprecherin noch nichts sagen.
Laut "Weser Kurier" ist der 63-Jährige als Waffenbesitzer registriert und soll bereits 2010 gewalttätig gegenüber seiner Frau geworden sein. Anfang 2012 sei wegen des Verdachts der unberechtigten Lagerung von Munition gegen ihn ermittelt worden.
ala/dapd
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