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Brief einer verstorbenen Zwölfjährigen: "Wie ist deine Beziehung zu Gott?"

Taylor Smiths Brief: Ihr Vater veröffentlichte das Schreiben auf Facebook Zur Großansicht
Facebook/ Tim Smith

Taylor Smiths Brief: Ihr Vater veröffentlichte das Schreiben auf Facebook

Wenige Monate vor ihrem plötzlichen Tod schrieb die 12-jährige Taylor Smith ihrem zukünftigen Ich einen Brief. Ihre Eltern entdeckten das Schreiben und veröffentlichten es. Nun sollen die kindlichen Worte anderen Vätern und Müttern als Inspiration dienen.

Hamburg - Wie wäre es wohl gewesen, wenn die 22-jährige Taylor Smith im Jahr 2023 den Brief geöffnet hätte? Wenn sie die Zeilen gelesen hätte, die sie sich als kleines Mädchen selbst geschrieben hat? Ob sie gelacht hätte? Über die Frage, wie ihre Lieblingsserie ausgegangen ist, zum Beispiel. Oder hätte sie sich gewundert? Über den erwachsenen Ton, der gar nicht zu der Kinderschrift passen will. Und die Ermahnung, auf jeden Fall den Schulabschluss zu machen, wenn das noch nicht längst geschehen ist.

Taylor Smith wird ihre Zeilen nicht noch mal lesen. Die 12-Jährige aus Johnson City im US-Bundesstaat Tennessee starb am 5. Januar völlig überraschend an den Folgen einer Lungenentzündung. Als ihre Eltern die Sachen ihrer verstorbenen Tochter sortierten, fanden sie den Briefumschlag mit der Aufschrift "Soll von Taylor Smith am 13. April 2023 geöffnet werden, soweit nicht anders vereinbart".

"Wie gehts? Das Leben ist ziemlich einfach zehn Jahre vor deiner Zeit", beginnt das Mädchen die Notiz und bohrt ihr zukünftiges Ich dann mit Fragen: "Gehst du aufs College?" "Wie ist deine Beziehung zu Gott?"

Mit kindlichem Ernst pocht sie darauf, den Glauben an Jesus Christus nicht zu vernachlässigen: "Er wurde für dich verspottet, geschlagen, gefoltert und gekreuzigt." Dann wechselt sie wieder zu weltlichen Themen: "Läuft 'Dr. Who' noch im Fernsehen?"

Ihre Eltern haben den Brief auf Facebook veröffentlicht: "Ich möchte, dass die Menschen wissen, was für eine großartige Person sie war", sagte ihr Vater Tim Smith dem Sender NBC. Ihre Mutter Mary Ellen erzählte von den vielen Briefen anderer Eltern, die die Geschichte daran erinnert hätte, ihren Kinder ihre Liebe zu zeigen.

Der Brief und die Reaktionen darauf helfen der Familie in ihrer Trauer, davon zeigt sich Tim Smith überzeugt: "Ich kann sie nicht zurückbringen. Aber ich bin dankbar, dass andere Menschen von ihrer Geschichte inspiriert wurden."

ade

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insgesamt 44 Beiträge
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    Seite 1    
1. Danke
peter_gurt 17.01.2014
So etwas in dieser gottlosen und gottverneinenden Gesellschaft zu lesen ist sehr selten geworden, danke.
2. zutiefst menschlich!
wkrüger 17.01.2014
wie interessant und schön ist diese Nachricht der Jugendlichen! Nicht nur DSDS etc. fasziniert Jugendliche, sondern auch die ernsten Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach Gott. Das ist eben zum Glück noch Realität.
3. ...
Newspeak 17.01.2014
Das Mädchen schreibt "to be opened by ... ONLY!" auf den Brief und "Confidential" und das heißt natürlich, daß man den Brief ins Internet stellt und eine Story daraus macht. Würdiger kann man mit dem Willen der eigenen Tochter nicht umgehen. Aber weil irgendwo in dem Brief die Frage nach Gott auftaucht, darf sowas natürlich sein. Verlogene Heuchelei! Um das Mädchen tut es mir leid, aber die Eltern sind für mich keine Vorbilder.
4.
tomymind 17.01.2014
Zitat von peter_gurtSo etwas in dieser gottlosen und gottverneinenden Gesellschaft zu lesen ist sehr selten geworden, danke.
Ich bin als Atheist schon 46 Jahre alt. Wenn ihr liebender Gott nichts besseres zu bieten hat als Kinder sterben zu lassen, immerhin noch besser als von seinen Priestern vergewaltigt zu werden, dürfen wir, auch sie!, froh sein in so einer Gesellschaft zu leben. Interessant wäre es ja mal die Anzahl der Straftäter anhand Gläubig - Gottlos gegenüber zu stellen. Eigentlich müssten seine Anhänger, Bibel/Koran, ja unterrepräsentiert sein.
5. @ newspeak
kalim.karemi 17.01.2014
Was für Eltern der Tod eine Kindes, nur der Gedanke daran, kann nur jemand nachvollziehen, der auch Kinder hat. Demnach müssen Sie wohl kinderlos sein. Ob Eltern ihre Trauer verarbeiten, indem sie einen, wie in diesem Fall, besonderen Nachlass ihres Kindes der Allgemeinheit zugänglich machen, müssen Sie schon den Betroffenen überlassen. Mein Beileid den Hinterbliebenen.
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