60. Thronjubiläum der Queen: Die Tower-Frau

Seit 60 Jahren sitzt die Queen auf dem Thron, und ihre Untertanen wissen gar nicht, wohin mit ihrem Stolz. Ein Kirchenfenster haben sie ihr schon geschenkt, Schmuck, Partys. Jetzt soll Big Ben "Elizabeth Tower" heißen. Die spinnen, die Briten.

Queen Elizabeth II.: Big Ben wird entmannt Fotos
AFP

London - Das Mysterium Monarchie wird sich langweiligen Demokraten nie ganz erschließen. Vor der britischen Krone gehen die besten Köpfe des Landes in die Knie, sie knicksen, buckeln, lächeln beseelt und - wenn man es nicht besser wüsste - ein ganz klein bisschen dümmlich.

Das 60. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. in diesem Jahr ist für den Außenstehenden ein nicht enden wollendes Fest der Unterwürfigkeit, die Briten aber drehen jetzt erst richtig auf. Wer die bisherigen Geschenke für die alte Dame im Buckingham Palace schon für übertrieben hielt - ein Kirchenfenster, allerlei Tand - der sollte sich jetzt schon mal ein beruhigendes Tässchen Earl Grey aufbrühen.

Denn die Queen-Ergebenheit bringt nun sogar Big Ben ins Wanken. Der Turm mit der weltberühmten Glocke solle in "Elizabeth Tower" umbenannt werden, schlug eine Gruppe von britischen Parlamentsabgeordneten vor. Die Queen habe 60 Jahre lang unermüdlich ihrem Land gedient, heißt es von den Unterstützern des Vorstoßes, zu denen auch die früheren Außenminister Jack Straw und Malcolm Rifkind zählen. Gegenwärtig heißt der Turm St.-Stephens-Tower.

Der Glockenturm ist der Ostturm des Palastes von Westminster - besser bekannt als Parlamentsgebäude. Obwohl der Name Big Ben eigentlich die riesige Glocke in seinem Inneren meint, wird im Sprachgebrauch auch der Turm selbst als Big Ben bezeichnet.

Im Jahr 1860 war bereits der Westturm des Palastes umbenannt wurden. Der frühere "King's Tower" erhielt damals den Namen "Victoria Tower" - zu Ehren von Königin Victoria. Die Ururgroßmutter der heutigen Königin ist bisher neben Elizabeth II. die einzige britische Monarchin, die sich mehr als 60 Jahre lang auf dem Thron gehalten hat.

jbr/dpa

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1. Die spinnen indeed!
dennis_mundo 23.03.2012
Zitat von sysopSeit 60 Jahren sitzt die Queen auf dem Thron und ihre Untertanen wissen gar nicht wohin mit ihrem Stolz. Ein Kirchenfenster haben sie ihr schon geschenkt, ein Yacht, Schmuck, Partys. Jetzt soll Big Ben "Elizabeth-Tower" heißen. Die spinnen, die Briten. 60. Thronjubiläum der Queen: Die Tower-Frau - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,823311,00.html)
Seit zehn Jahren wohne ich in GB und bin immer wieder verwundert, wie unterwuerfig sich ansonsten intelligente, selbstbewusste Menschen geben. Da lobe ich die deutsche Republik, in der ein Staatsoberhaupt zum Ruecktritt gebracht werden kann, wenn man mit ihm nicht zufrieden ist. Und die Tatsache, dass in einer Republik alle vom Status gleich sind (ich rede vom Staatsverstaendniss, nicht Lebenswirklichkeiten) gibt dem Staat und dem Volk Wuerde. Eine Monarchie ist schoener zu fotografieren hat aber weniger Wuerde. Schliesslich gibt es keinen "Adel" oder "Aristokratie", das ist eine kuenstliche Annahme. Ein Staat, der das nicht in seiner Verfassung anerkennt, ist unreif.
2.
tvinnefossen 23.03.2012
Zitat von sysopDas Mysterium Monarchie wird sich langweiligen Demokraten nie ganz erschließen
Erinnerungshilfe: Es gibt demokratische Monarchien und demokratische Republiken!! Vor diesem Hintergrund kann man mit oben zitiertem Satz rein garnichts anfangen - er ergibt keinen Sinn und deutet nichtmal eine Intention an - sagt aber einiges über den Autor aus. Weil dieser eine Satz nichts gutes verhieß, war der Artikel für mich nach diesen paar Wörtern auch schon beendet...
3. Es war die Glocke
cuboci 23.03.2012
Zitat von sysopSeit 60 Jahren sitzt die Queen auf dem Thron und ihre Untertanen wissen gar nicht wohin mit ihrem Stolz. Ein Kirchenfenster haben sie ihr schon geschenkt, ein Yacht, Schmuck, Partys. Jetzt soll Big Ben "Elizabeth-Tower" heißen. Die spinnen, die Briten. 60. Thronjubiläum der Queen: Die Tower-Frau - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,823311,00.html)
Wie schwer ist es eigentlich, mal ein wenig zu recherchieren? Big Ben ist nur die schwerste der Glocken im Turm und nicht der Turm selbst. Und eine Glocke wird mit Sicherheit nicht in Elizabeth-Tower umbenannt.
4. ?
rudig 23.03.2012
Zitat von dennis_mundoSeit zehn Jahren wohne ich in GB und bin immer wieder verwundert, wie unterwuerfig sich ansonsten intelligente, selbstbewusste Menschen geben. Da lobe ich die deutsche Republik, in der ein Staatsoberhaupt zum Ruecktritt gebracht werden kann, wenn man mit ihm nicht zufrieden ist. Und die Tatsache, dass in einer Republik alle vom Status gleich sind (ich rede vom Staatsverstaendniss, nicht Lebenswirklichkeiten) gibt dem Staat und dem Volk Wuerde. Eine Monarchie ist schoener zu fotografieren hat aber weniger Wuerde. Schliesslich gibt es keinen "Adel" oder "Aristokratie", das ist eine kuenstliche Annahme. Ein Staat, der das nicht in seiner Verfassung anerkennt, ist unreif.
Ich glaube nicht, daß die Briten unterwürfig sind. Sie lieben einfach ihre Queen und das finde ich gut so. Ich habe lange in London gelebt u. fand diese Einstellung immer positiv. Immerhin wird sie von über 90 Prozent geteilt. Immerhin ist sie ja nicht nur Staatsoberhaupt vom UK, sondern auch von anderen grossen Nationen wie Canada, Australien u. NZ. Ich glaube nicht, daß unsere,von der Politik ausgekungeltes, Staatsoberhaupt mehr Würde hat!!
5. Monarchie-Bashing
Akuram 23.03.2012
Was soll eigentlich in letzter Zeit dieses künstliche Monarchie-Bashing beim Spiegel? Jeder der letzten 5-10 Artikel zur Monarchie oder deren britischen Angehörigen wurden mit unterschwellig negativen oder gar lächerlichen Unterton geschrieben, dem teilweise ein gewisser Neid nicht abzusprechen ist. Wenn dem/n Autoren die Verhältnissee in Großbritannien nicht passen, sollen sie sich halt anderen Themengebieten zuwenden, anstatt sich über solch eine Sache zu echauffieren. Meine Güte, was hat mich sich nicht alles schon für Schnappsideen in Deutschland anhören müssen, da ist die etwaig angedachte Umbenennung eines Teilgebäudes tatsächlich gleich wieder solch ein Stimmungsartikel wert?
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