Schwer kranke Amerikanerin Vatikan kritisiert Suizid von Brittany Maynard

Wegen eines tödlichen Tumors beging die schwer kranke Amerikanerin Brittany Maynard Suizid. Ihre Entscheidung entfachte international eine Diskussion um Sterbehilfe - jetzt schaltet sich der Vatikan ein.

REUTERS

Portland - Der Fall Brittany Maynard löste nicht nur in den USA eine Diskussion über Sterbehilfe aus. Die krebskranke Amerikanerin hatte sich am Wochenende das Leben genommen, weil sie an einem aggressiven Gehirntumor litt. Nun hat der Vatikan auf den öffentlichen Tod der 29-Jährigen reagiert.

"Wir verurteilen keine Personen", sagte der Leiter der päpstlichen Akademie für das Leben, Ignacio Carrasco de Paula, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Der Akt an sich sei aber zu verurteilen. "Diese Frau hat es gemacht und angenommen, würdevoll zu sterben. Doch hier ist der Fehler. Sich das Leben zu nehmen, ist keine gute Sache, sondern eine schlechte. Denn es heißt, Nein zu sagen zum eigenen Leben", so de Paula.

Ärzte hatten Maynard im April noch sechs Monate zu Leben gegeben. Nach der Diagnose war sie mit ihrer Familie nach Oregon gezogen - einem der fünf US-Bundesstaaten, in dem die Sterbehilfe erlaubt ist. Sie wolle angesichts ihrer unheilbaren Krankheit "mit Würde dahinscheiden", schrieb sie in einem Abschiedsbrief.

Die letzten Monate und Wochen ihres Lebens nutzte sie, um sich für aktive Sterbehilfe einzusetzen. Ihre bewegenden Videobotschaften wurden im Internet millionenfach geklickt. Am Samstag nahm die 29-Jährige im Beisein ihrer Familie tödliche Medikamente ein.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie - auch anonyme - Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

gam/dpa

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