Buenos Aires Mindestens elf Tote bei Zugunglück

Im morgendlichen Berufsverkehr krachte ein Zug gegen einen Autobus, die Bahn entgleiste - und wurde von einer zweiten Lok gerammt. Über 200 Menschen sind in Argentinien bei einem der schwersten Zugunglück der vergangenen Jahre verletzt worden. Mindestens elf Menschen starben.

Trümmer von Bus und Bahn: In Buenos Aires prallten zwei Züge und ein Bus zusammen
AP

Trümmer von Bus und Bahn: In Buenos Aires prallten zwei Züge und ein Bus zusammen


Buenos Aires - Es ist eines der schwersten Zugunglücke der vergangenen Jahre: Mitten im morgendlichen Berufsverkehr hat in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ein Zug einen Autobus gerammt - der Zug ist daraufhin entgleist und von einer heranfahrenden Lok gerammt worden. Mindestens elf Menschen starben bei dem Unfall, über 200 wurden verletzt.

Das Unglück ereignete sich kurz nach sechs Uhr morgens (Ortszeit) vor dem Bahnhof des Stadtteils Flores. Der Bus überquerte die Schienen, als ein Zug in Richtung Stadtmitte den Bahnhof verließ und eine andere Lok in entgegengesetzter Richtung einfuhr, wie ein Sprecher der Polizei dem Fernsehsender TN berichtete. Aufnahmen von Sicherheitskameras zeigten, wie der Bus bei halbgeschlossenen Schranken versuchte, über die Schienen zu kommen und von dem anfahrenden Zug gegen den Bahnsteig geschleudert wurde.

Die Schranken funktionierten nach ersten Erkenntnissen der Behörden offenbar einwandfrei. Zeugen berichteten Journalisten vor Ort jedoch, dass sich eine der Schranken nicht vollständig herab senkte. Auf einem Video war zu sehen, wie der Bus trotz eines Warnsignals unter der Schranke hindurch auf die Schienen fuhr.

Ein Baby unter den Opfern

Neun Leichen wurden am Unfallort geborgen, darunter auch ein Baby. Zwei Verletzte starben Stunden später im Krankenhaus. Unter den Verletzten seien zahlreiche Menschen, die auf dem Bahnsteig auf ihren Zug gewartet hatten, sagte der Chef des Feuerwehreinsatzes. Die meisten Todesopfer befanden sich im Bus. Einer der Lokführer konnte mit Beinbrüchen erst nach zwei Stunden aus den Trümmern geborgen werden.

Die Kollision ereignete sich auf der Linie Sarmiento, die den Vorort Moreno mit der Station Once im Zentrum der argentinischen Hauptstadt verbindet. Die Linie verfügt über mehr Bahnübergänge als jede andere in Buenos Aires. Pläne, die Schienen in einen unterirdischen Tunnel zu verlegen, werden seit über zehn Jahren immer wieder aufgeschoben.

aar/dpa/dapd



insgesamt 2 Beiträge
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bunterepublik 14.09.2011
1. Furchtbar
die nachricht ist furchtbar, aber für mich mal wieder beleg dafür, dass solche "nachrichten" nur ängste und hysterie hier bei gewissen menschen fördern, da man das grauen als nah empfindet, obwohl es so weit weg ist.
Megustaargentina 14.09.2011
2. Besser spät als nie...
Das Zugunglück hat sich bereits gestern am 13.9.11 um 6:30 Uhr am Morgen ereignet. Dabei sind 11 Menschen ums Leben gekommen und 212 wurden verletzt. Gestern war Dienstag der 13., dieser Tag ist für die Argentinier ein Unglückstag, wie Freitag der 13. für die Deutschen. Überwachungskameras haben den Unfall aufgezeichnet. http://www.lanacion.com.ar/1406036-accidente-de-trenes-en-flores
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