Burka-Verbot Drei verschleierte Frauen müssen Bußgeld zahlen

In Frankreich sind drei Frauen zu Geldbußen verurteilt worden, weil sie gegen das geltende Burka-Verbot im Land verstoßen haben. Als sie zur Verhandlung erneut im Ganzkörperschleier erschienen, wurde ihnen der Zutritt zum Gericht verwehrt.

Demo gegen Burka-Verbot: Lies Hebbadj mit Unterstützern vor dem Gericht in Nantes
AFP

Demo gegen Burka-Verbot: Lies Hebbadj mit Unterstützern vor dem Gericht in Nantes


Paris - Ein Bußgeld von je 140 Euro müssen drei Frauen aus dem westfranzösischen Nantes zahlen. Sie hatten laut Polizeiangaben ihre Kinder vor sechs Wochen von einer öffentlichen Schule abgeholt und dabei Ganzkörperschleier getragen.

Zwei der Frauen müssen laut Staatsanwaltschaft zudem mit einer weiteren Vorladung rechnen, da sie zu ihrem Gerichtstermin erneut in voller Verschleierung erschienen. Ihnen wurde der Zutritt zum Polizeigericht verwehrt. Der Mann einer der Burka-Trägerinnen, der bekannte Muslim Lies Hebbadj, organisierte daraufhin zusammen mit einigen Unterstützern eine spontane Demonstration gegen das Burka-Verbot.

Hebbadj ist bekennender Polygamist und hat vier Frauen, die für ihre Kinder Sozialhilfe für alleinstehende Mütter kassiert haben sollen. Der Fall flog auf, als eine der Frauen im vergangenen Jahr vollverschleiert am Steuer erwischt worden war.

Frankreich hatte im April als erstes europäisches Land das Burka-Verbot eingeführt. Der Europarat hat das umstrittene Gesetz verurteilt, weil es Ressentiments gegen Ausländer Vorschub leiste. Im Juli zog Belgien mit einem vergleichbaren Gesetz nach.

Im ersten Schleier-Prozess im September dieses Jahres hatte ein Gericht zwei Nikab-Trägerinnen ebenfalls mit einer Geldstrafe belegt. Die Frauen waren im Mai vollverschleiert bei einem konservativen Politiker erschienen, um ihm einen Geburtstagskuchen zu überreichen. Sie räumten später ein, dass die Aktion eine gezielte Provokation war.

ala/dpa/dapd

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