Burka-Verbot in Frankreich Verschleierte Touristin aus Pariser Oper geworfen

Weil eine Frau in der ersten Reihe einen Nikab anhatte, wollten die Sänger der Pariser Oper nicht singen. In Frankreich ist das Tragen eines Ganzkörperschleiers gesetzlich verboten. Die Touristin aus der Golfregion wurde des Theaters verwiesen.

Vollschleier: In Frankreich ist das Tragen eines Nikab verboten (Symbolfoto)
AFP

Vollschleier: In Frankreich ist das Tragen eines Nikab verboten (Symbolfoto)


Paris - Eine vollverschleierte Zuschauerin ist während einer Vorführung von "La Traviata" aus der Pariser Oper geschickt worden. Die Frau habe in der ersten Reihe direkt hinter dem Dirigenten gesessen und sei bis auf die Augen verschleiert gewesen, sagte der stellvertretende Direktor der Oper an der Bastille, Jean-Philippe Thiellay, der Nachrichtenagentur AFP. Einige Chorsänger hätten erklärt, sie würden nicht singen, solange die Frau mit dem Nikab dort sitze.

In Frankreich ist die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit seit 2011 verboten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte das Verbot im Juli für rechtens erklärt: Es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit.

Thiellay sagt, er sei während des zweiten Akts der Oper über die verschleierte Frau in der ersten Reihe benachrichtigt worden. In der Pause habe man sie aufgefordert, den Schleier abzunehmen oder zu gehen, woraufhin ihr Begleiter mit ihr das Opernhaus verlassen habe. Bei dem Paar handelte es sich Medienberichten zufolge um Touristen aus der Golfregion.

Der Vorfall ereignete sich Anfang Oktober. Das französische Kulturministerium erklärte nun, man arbeite an einer entsprechenden Mitteilung an Theater, Museen und andere öffentliche Institutionen: Diese müssten gewährleisten, dass sich alle Besucher und Zuschauer an das Gesetz halten.

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vet/AFP



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