Cannabis-Konsum Zahl junger Kiffer in Deutschland stark gestiegen

Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland konsumieren einer Studie zufolge Cannabis. Die Drogenbeauftragte des Bundes sieht eine Ursache in der Legalisierungsdebatte.

Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (Archiv): "Verharmlosende Argumentation"
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Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (Archiv): "Verharmlosende Argumentation"


Die Zahl der jungen Cannabis-Konsumenten hat sich in Deutschland stark erhöht. Das geht aus einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor, für die bundesweit 7000 Menschen repräsentativ befragt wurden.

So gaben 17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent (plus 53 Prozent). Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten (mehr als zehnmal in den vergangenen zwölf Monaten) stieg von 3,1 Prozent im Jahr 2008 auf 4,6 Prozent. Bei allen Befragten im Alter von 12 bis 25 Jahren stieg die Zahl der regelmäßigen Kiffer von 2,3 auf 3,5 Prozent.

"Offenbar wirkt sich die Gesundheitsgefahren verharmlosende Argumentation der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis bereits negativ aus", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. "Der Konsum von Cannabis kann gerade für Jugendliche und junge Erwachsene zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen."

Besonders deutlicher Anstieg bei jungen Männern

Die Forderungen nach einer Freigabe der Droge hatten zuletzt zugenommen. Vor allem die Grünen und die Linkspartei, aber auch die FDP unterstützen dies. Mit dem Bremer Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) sprach sich zudem erstmals ein Länderregierungschef für die Legalisierung von Cannabis aus.

Besonders deutlich ist der Anstieg des Cannabis-Konsums in der Gruppe der 18- bis 25-jährigen Männer. Während 2008 noch jeder siebte junge Mann (14,8 Prozent) angab, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben, war es 2014 fast jeder vierte (23,9 Prozent) - eine Zunahme um 61 Prozent. Bei den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schnellte der Anteil der gelegentlichen Kiffer sogar binnen drei Jahren um etwa 50 Prozent nach oben: Von 4,6 Prozent (2011) auf 7,7 Prozent (2014).

Die Zunahme sei aus gesundheitlicher Sicht bedenklich, so Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale. Forschungsergebnissen zufolge leide die Hirnleistung mit zunehmender Dauer und Intensität des Konsums.

wit/dpa/AFP

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